Der Rote Faden

Bild von Alf Glocker
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Immer wenn nichts Konkretes erkennbar ist, dann ist die Not am größten, dann werden Lösungen vermieden, dann folgt man einem roten Faden, der nicht von Ariadne ist, also nicht aus dem Labyrinth heraus, sondern in ein solches hineinführt. Dort erwartet uns der Minotaurus ... und er wird uns fressen, das ist gewiss!

Aber das rät die Wissenschaft: Gehe den Faden entlang, bis du am Ende der Einbahnstraße angekommen bist. Solltest du nicht mehr weiterwissen, dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her - und es wird eines sein, das dich rückstandslos verbrennt. Alle lachen, du lachst nicht!

Denn die Wissenschaft steht immer im Dienste eines Herrn, der sie missbraucht. Selbst die besten Erfindungen werden nicht dazu verwendet der Menschheit Segen zu bringen, sondern um damit Geld zu verdienen. Das Geldverdienen wiederum ist denjenigen vorbehalten, die es verstehen Vorteile zu nutzen – ihre ganz persönlichen Vorteile wohlgemerkt.

Das ist zwar sehr kurz gedacht, aber es ist auch sehr effizent. So „dient“ die Wissenschaft vor allem der Lüge ... sie ist nicht nur Medizin, nicht nur Genforschung, nicht nur Physik, sondern vor allem Mittel zum Zweck – und wer den heiligt, möchte erst gar niemand wissen!

Sollten trotzdem zwischendurch echte wissenschaftliche Ergebnisse, ohne ernste Folgen für ihre Verursacher, veröffentlicht werden können, dann dürfen sie getrost von jedermann ignoriert werden, weil sich in der Politik sowieso niemand wirklich drum kümmert.

Und um den herrlichen Vorgängen noch die Krone aufzusetzen, gibt es zu allem Überfluss einen Wissenschaftszweig, der, beim besten Willen, keiner ist. Er beschäftigt sich ausschließlich mit der Interpretation alter Schriften, deren Auslegung anscheinend immer noch ungeheuer wichtig ist. Da verschleudern dann sogenannte „kluge Köpfe“ eine Menge Zeit, damit man auch, peinlich genau ... wieder nichts Genaues weiß, denn das genaue Wissen ist besonders dort absolut verboten.

Denn dort ist nur der Weg das Ziel: Man kommt einfach keinen Deut weiter! Der große Spaß, oder auch „die ungeheure Last der Verantwortung“ liegt in der puren, verbalen Auseinandersetzung über ein Material, das, so überflüssig wie ein Kropf, nur dafür entwickelt wurde, den einfachen Menschen geschickt in die angenehme Irre zu führen, damit er nicht aufmuckt. Das konnte „man“ schon immer! Und gerade im Jetzt (egal in welchem) kommt es wieder ganz besonders darauf an.

Die Vorgänge insgesamt werden somit global als „Erweiterung des Horizonts“ apostrophiert – obwohl im Grunde genommen überall das Gleiche getan wird: Man folgt dem Anti-Ariadnefaden in die Tiefen eines Labyrinths, in dem sich nur eine Minotaurus-Figur auskennen kann. Ihr kommt gewöhnlich das ganze große Fressen zugute.

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Kommentare

15. Dez 2016

ICH lege ständig olle Schriften aus!
(Wenn ich tapezier bei mir im Haus ...)

LG Axel

15. Dez 2016

Genau - dafür sind sie gut genug
alles andere wär Selbstbetrug

LG Alf