Was, zum Teufel, ist eigentlich ein Prophet?

von Alf Glocker
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Stellen wir doch mal ernste Überlegungen an! Oder halt, stellen wir da etwas an, wenn wir uns ernstlich etwas überlegen? Kann man denn mit Überlegungen etwas unterlegen – eine Theorie mit Beweisen, einen Tathergang mit Beispielen, oder gar einen Glauben mit Asservaten? Wenn das so wäre, könnte man dann das Trojanische Pferd als Beweismittel hernehmen und Kassandra heilig sprechen und zum „Propheten“ ernennen? Oder hätte man sich „versündigt“, wenn man das täte??

Woher kommt denn der Ausdruck „prophetisch“, oder „Prophetie“? Von „etwas prophezeien“, also von „vorhersagen“? Das kann nicht sein, denn sonst müsste man die uns offiziell bekannten „Propheten“ auf den Müll schmeißen und an ihrer Stelle Kassandra, Nostradamus und mir, bis dato nicht so sehr bekannte Weissager zu Gottessöhnen, Töchtern, Beauftragten, Gesandten und derlei Schmarren küren.

Halt, da wären dann doch noch welche: Einstein, Curie, Galilei, Newton, Keppler, Kant. Oder wie wäre es denn auch mit den Beatles, Beethoven, Bach, Abba, Mozart, Verdi? Zu nennen wären demnach sicherlich auch Rembrandt, Dürer, Dali, Ernst Fuchs, da Vinci, Michelangelo! Sind sie nicht viel mehr Kinder oder Gesandte Gottes gewesen als Jesus oder Mohammed?? Was haben sie uns nicht alles geschenkt?!

Horizonte haben sie geöffnet, Möglichkeiten aufgezeigt, Striche, Töne, oder Weltanschauungen ins Leben gerufen, die ein kleiner Schritt für sie selber, aber jeweils ein großer Schritt für die Menschheit waren! Sie haben sich nicht einfach nur „versenkt“ wie der Eisberg die Titanic, um in den Tiefen des Ozeans eine Weisheit zu suchen, mit der man, wenn man unbedingt möchte, irgendwas anfangen könnte …

Immerhin haben die Konstrukteure der Titanic bewiesen, daß es keine unsinkbaren Schiffe gibt. Waren sie deshalb „Propheten“? Was Kassandra, Einstein, Galileo, oder Nostradamus gesagt haben, ist eingetroffen! Sollten wir ihnen nun Kathedralen bauen, sie verehren und zu ihnen beten: „Lieber Albert, gib mir doch bitte ein Zehntel deines Verstandes, damit ich ein Millionstel der Welt begreifen kann!“?

Wäre das nicht richtiger, als verstorbenen Volksverhetzern nachzulaufen, deren Behauptungen weder eingetreten noch überhaupt haltbar, menschlich vertretbar sind? Nein, nein und nochmals nein – wer so denkt, DER ist ein Volksverhetzer, ein Populist, ein Verbrecher, ein Mordopfer in spe, ein Kameradenschwein, ein Gotteslästerer! Hat Gott denn nicht ausdrücklich gesagt wer sein … Dings … ist?!

Klar hat er das gesagt – die Propheten haben es doch verkündet! Welche Propheten?? Haben Einstein, Kassandra, Mozart, Curie oder Dürer gesagt, daß sie Gesandte oder Söhne, Töchter, Gottes sind? Hätte das ihren „ernsthaften Überlegungen“ entsprochen? Genau betrachtet haben sie mehr von Gott gefunden, als sich die großen „Religionsstifter“ je vorstellen konnten. Aber nur genau betrachtet.

Denn im Vergleich zu den Religionsstiftern sind die großen Geister der Menschheit nur ein Bastardamus, ein Keinstein, eine Currywurst, ein Giftileo, eine Krassandra, oder ein sonstiges Nichts, auf das man immer dann Schimpfworte anwenden sollte, wenn es um die Frage geht, ob sie Gottes Gebote in Frage gestellt haben oder nicht. Sie haben! Verdammen wir sie, in drei Teufels Namen, in den Hades reiner Herzen.

Wenden wir uns stattdessen dem Schönen zu: der Leere eines Himmels, in dem ein Gott residiert, dem alle am Arsch vorbeigehen, die nicht so an ihn glauben wollen, wie es ein Prophet von uns verlangt hat. Denken wir nicht mehr ernsthaft, sondern folgsam. Vergleichen wir nicht, stellen wir keine Zusammenhänge her, akzeptieren wir, hochtolerant, was Leute für wahr haben wollen, deren Verstand wozu (?) reicht!

Einem Heilsverkünder zu vertrauen, der nichts beweisen kann, einem Rattenfänger zu folgen, der nur eines im Sinn hat: Menschen vorzugaukeln, sie seien auf dem richtigen Weg. Sagen wir doch ganz einfach: Charles Darwin hat zum Krieg gegen die Menschheit aufgerufen, aber der Prediger von Sowieso verbreitet den Frieden auf der flachen Erde, weil er uns Geschichten vom Pferd erzählt, das nur diejenigen ins Paradies tragen möchte, die „echten“ Glaubens sind. Spinnen wir komplett?

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Kommentare

17. Jan 2019

Der einzige Prophet mit Wahrheitsgarantie –
War Tintenfisch Paul! Das Fußball-Genie ...

LG Axel