Der Eintritt

Bild von Alf Glocker
Mitglied

Ich komme aus der wahren Welt! Wenn man, von uns aus gesehen, das Universum „betritt“, fällt zunächst auf, daß es überall dunkel ist. Licht ist hier kein gleichmäßiger Zustand – es hat eine Verbreitungsgeschwindigkeit und wird von brodelnden Explosionsherden erzeugt, die, wellenartig, winzige Teilchen in den Raum schleudern, aus denen schließlich Leben entsteht. Und Leben existiert in den unterschiedlichsten Formen …

Die höchstentwickelten Lebensformen bezeichnen den Zustand aus dem ich komme, als „Dunkle Materie“, da sie ihn nicht ermessen können – und es sich dabei nicht um einen „Raum“ in dem ihnen bekannten Sinn handelt. Die Wahrheit jedoch ist, daß sich aus dem „Zustand“, der zwar kein Raum, aber der Urgrund allen Seins ist, jede Form von Raum entwickeln kann. Dies geschieht durch die Entstehung von magnetischen Wellen …

Ihre Beschaffenheit ist Gedanken vergleichbar, welche einem riesigen Reservoir entströmen, dessen Kraft unerschöpflich, weil unendlich vorhanden ist. Es fasst alle „Räume“ und Vorstellungen in einem Bereich zusammen, dessen Grenzen nur durch etwas definiert sind, das imstande ist „Materie“ werden zu lassen. „Materie“ wiederum ist der Ausdruck eines festangelegten Ablaufes, den man „Zeit“ nennt.

Und die Zeit ist eine Aneinanderreihung von Eindrücken, die im Ganzen wahr erscheinen, sich jedoch gegenseitig, oder auch ineinander, ständig auflösen. Ein Stern ist ein Stern, ein Stern ist aber auch kein Stern, denn er sieht, in jedem seiner Stadien, anders aus und ist insofern gleichzeitig auch so existent, wie er nicht existent ist. Es kommt immer darauf an, an welcher Stelle seines (Nicht)Vorhandenseins man auf ihn (ins Leere) blickt.

Der Betrachter entscheidet über die Wirklichkeit. Aber ich bin jetzt ebenfalls ein Betrachter. Doch ich bin nicht NUR ein Betrachter – ich kann betrachtet werden! Denn ich bin ein Teil des Kontinuums, ein Teil der brodelnd explodierenden Sonnenmassen, in deren Dunstkreis sich – durch die Betrachtung – das Licht verbreitet. Mein Vorhandensein in dieser endlichen Dunkelheit, die bloß von winzigen Lichtpunkten erhellt wird, ist begrenzt!

Denn um mich und um alles Existierende ist das Licht! Aus ihm heraus kann etwas erfahren werden, wenn man Zugang zu dieser Dunkelheit erhält, welche die Struktur der Vergänglichkeit benötigt, um Eindrücke zu gewinnen, die sogenannten „stofflichen“ Vorgängen entspringen. Voraussetzung dafür sind gedankliche Triebentladungen, deren Natur brodelnd explodierenden Sternen entspricht. Sie können also durch „Liebe“ entstehen!

Die Vorgänge im Feld der sich stets wandelnden Materie beruhen jedoch alle, wie unschwer sogar für Betrachter zu erkennen sein müsste, auf Gewalt! Denn Leben kann auch durch die Vergewaltigung eines Leibes wachsen – es kommt ganz darauf an, was im Ablauf (verborgen) beschlossen liegt … Selbsternannte „intelligente“ Lebensformen ziehen die unterschiedlichsten Schlüsse daraus. Manche halten sogar alles für „Gottes“ Wille.

Mich dieser Welt zuzuwenden, um aus den natürlichen Irrtümern, innerhalb ihrer Gesetze, zu lernen, warum „Intelligenz“ interpretierbar und Wahrheit ewig ist, erscheint mir – vom Irrtum umgeben – als der notwendiger Schritt, aus dem allerdings Leiden erwächst. Neutral zu denken ist ein schmerzlicher Prozess, der fast alles verletzt, was man gerne wahrhaben würde, aber er ist notwendig geworden, da sonst der Zusammenbruch droht.

Der Weg aus dem Licht in die Dunkelheit mit partiell vorkommenden Lichtquellen darf nicht versperrt werden! Zwar ist es nicht unbedingt ausschlaggebend, wie spannend (durch Gewalt) sich ein Zeitabschnitt gestaltet, wohl aber, inwieweit es intakten Seelen überhaupt noch möglich ist, in einen wenigstens teilweise erlebenswerten Rhythmus hineingeboren zu werden, ohne daß man überall nur noch auf Tierkinder trifft!

Veröffentlicht / Quelle: 
auf anderen webseiten
Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare