Schönheit in der Dunkelheit

von Jan Jendrejewski
Mitglied

Der Himmel war ein blasses Grauweiß.
Eine ungebrochene Wolkenwand hielt
die Welt darunter in einem traurigen,
dunklen Licht gefangen.
Zwei pechschwarze Krähen überblickten,
in einem Geäst sitzend, die Umgebung
mit ihren tiefschwarzen Augen.
In der Ferne konnte man die Sirene
eines Polizeiwagens hören; das Geräusch
wurde vom Wind hinübergetragen.
Abgesehen davon herrschte Ruhe;
nur der Wind und das leise Ticken einer
Wanduhr querten die Stille.
Kalte Abendluft und der schwache Geruch
von Regen, wie man ihn etwa von Gewittern
kennt, drangen durch das offene Fenster
in das Zimmer ein.
Mit Einbruch des späten Abend wurden
auch Himmel und Umgebung dunkler;
Schatten übernahmen die Zügel.
Das grelle Licht des Bildschirms
spiegelte sich in meinen Brillengläsern
wider und brannte in meinen Augen.
Ein Hund bellte irgendwo, langsam
wurden die Straßenlaternen heller.
Erste Regentropfen fielen vereinzelt
vom Himmel.
Eine junge Beauté öffnete ihren
schwarzen Regenschirm, dunkele
Farben überzogen ihren Blick.
Sie hatte nasses, schwarzes Haar und
einen blassen, weißen Teint, die Kälte
widerspiegelnd.
Dunkelheit verbreitete sich weiter über
dieses traurige Bild.
Die junge Frau verkörperte jedoch trotz
all der Traurigkeit, Kälte und Dunkelheit,
die alles zu verwischen schien, die
Schönheit in diesem Bild.
Ihre dunklen Augen blickten entschlossen
auf, der Melancholie zuwider.
Und es begann, zu Regen.

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare

19. Jan 2018

Sehr schön bildlich beschrieben, sehe die Situation direkt vor mir.
LG, SAbrina

Neuen Kommentar schreiben