Das Glas ist eben immer nur halbvoll

von Leo K.
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Es ist ein ständiger Wechsel zwischen Motivation und Leichtsinn. Die Realität ist eindeutig übergeordnet, dennoch gibt man dem Drang, sich gehen zu lassen, nach. Zumindest früher oder später. Die Schwierigkeiten des Lebens, ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Teilen zu finden, gehen uns allen auf den Sack. Eins von beidem alleine macht keinen glücklich; es sind vielmehr die Exzesse und die zwischenmenschlichen Beziehungen in Verbindung mit leistungsbezogenen Erfolgen. Eben die zwischenmenschlichen Beziehungen sind es, die einen immer wieder motivieren, sich anzustrengen. Wenn mal niemand da ist, freut man sich über erbrachte Erfolge – eine Art Fallback für den worst case. Gerade in Jura wird das ersichtlich. Man entwickelt sich in Richtung Arroganz und Materialismus. Je besser die Noten, je mehr Geld prinzipiell verdient werden könnte, desto mehr geben wir einen Fick auf unsere Umwelt. Und mit der Zeit gibt sie eben einen Fick auf uns.

Genau dieses Gleichgewicht zu finden, ist so verflucht schwer. Es läuft eben nicht immer so gut, dass einen die eigene Leistung zufriedenstellt und man über zwischenmenschliche Krisen hinwegsehen kann. Alleine gute Freunde helfen dir auf Dauer auch nicht weiter, zumindest mir nicht.

Mal im Ernst. Was ich will? Ein gutes Staatsexamen, viel Geld – eher verdammt viel Geld verdienen, ein fettes Haus und eine „geiles Leben“. Das erfordert Leistung, Motivation, Ambition. Nicht nur stellenweise, sondern rund um die Uhr. Ohne Pause und ohne Diskussion. Ich kenne die Erfolge, die sich aus einem solchen Arbeitsethos ergeben, es lohnt sich schon. Aber dieser pure Realismus ist ziemlich harter Tobak. Was motiviert einen immer? Ist es wirklich der Traum für die Zukunft? Oder ist es der Tritt in den Arsch, wenn man Angst hat, seine eigenen Erwartungen nicht zu erfüllen? Ich habe keine Ahnung. Man geht immer wieder an bestimmte Sachen mit Leichtsinn heran, trotz der kleinen Stimme im Hinterkopf, die einem sagt „Du kannst das besser!“. Kann ich das besser? Natürlich. Will ich das besser machen? Wahrscheinlich im Moment nicht. Wahrscheinlich ruft wieder der Leichtsinn und überzeugt zu einem Bier.

Mal im Ernst. Ich sitze hier, am Laptop und schreibe diese Scheiße. In welchen Bereich fällt das? In wie fern bringt mich das weiter? Und wenn ja, wohin? Es könnte wieder Prokrastination sein, es könnte die Nachwirkung des letzten Absturzes sein. Es könnte aber auch der Anfang einer guten Geschichte werden.

Ich habe das ganz spontan geschrieben. Mir war danach. Ich weiß nicht, wohin mit diesen Gedanken. Vielleicht wird ja noch mehr draus.

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