Betrachtungen zum Thema „Bewusstseinserweiterung“

von Alf Glocker
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Wie kann man ein Bewusstsein erweitern? Das ist nicht so einfach, wie es die uns vorliegenden Falschinformationen aussehen lassen wollen … denn wir sollten zuerst einmal eines besitzen. Beginnen wir also zunächst mit dem Erwerb eines solchen! Sollten wir uns derzeit bzw. seit längerer Zeit, oder gar generell, in geistigen Abhängigkeitsverhältnissen befinden, dann können wir zumindest damit rechnen, daß wir vielleicht den Anschein einer Erweiterung des Bewusstseins durch den Konsum verschiedener Rauschgifte erzeugen können, aber natürlich keine echte Erweiterung erreichen werden. Das geht nämlich nur, wenn wir verunsichert oder enttäuscht werden.

Verfallen wir jetzt jedoch nicht in psychologische Irrtümer, indem wir eine Enttäuschung als das Ende einer Täuschung schönreden, sondern befassen wir uns lieber mit der Angst. Denn wer in der Lage ist, enttäuscht zu werden, der hat nichts im Griff (= ein Grund, sich ausgiebig zu fürchten) – und wer nichts im Griff hat, der befindet sich quasi in einem immerwährenden Irrtum. Er darf also mit vollem Recht getrost an sich zweifeln.

Der Zweifel allerdings – wäre es nun einer am Glauben, oder der an der eigenen Existenz – ist durchaus Vertrauen beraubend. Und geraubtes Vertrauen kann leider durch gar nichts ersetzt werden!

Und hier wird es komisch, denn in den Widersprüchlichkeiten der logischen Annahmen gedeiht ein göttlicher Funke: die Resignation! Sie erst lässt uns die Dinge sehen, wie sie sind … Das ist die höhere Unvernunft, die Ultima Irratio, das Plusultra des Wahnsinns, der zu nichts anderem geeignet ist, als in einer Weisheit zu gipfeln, mit der ihre Opfer nichts anfangen können. Aber die Zukunft ist für sie treffend dargestellt!

Allein die Sichtweise, welche aus der Weisheit der Ultima Irratio resultiert, ist schon eine Erweiterung des Bewusstseins … nein … sie ist der Beweis für das Vorhandensein eines Bewusstseins, des Zustandes, sich seiner tatsächlich BEWUSST zu sein. Nun kann es beliebig erweitert werden …

Das kann auf die verschiedensten Weisen geschehen. Man könnte ein Rückwärtsschach spielen – das ist ein perfekt durchdachtes Brettspiel mit ebenfalls 32 Figuren (vom König bis zum Bauern), bei dem es darauf ankommt, unbedingt zu verlieren. Der Gegner muss daran gehindert werden, dümmere Züge als man selber zu machen, und: Er sollte nach Möglichkeit weniger Figuren als man selbst opfern können. Damit kann es gelingen, die Weltpolitik gleichnishaft wiederzugeben, oder auch den persönlichen Lebensweg anschaulich darzustellen. Das Gleiche kann man auch mit Dame oder Mühle anstellen, aber dann würde es „Femme Fatale“, oder „Tretmühle“ heißen. Mit Würfelspielen wie „Mensch ärgere dich nicht“, oder „Fang den Hut“ ist das noch weit schwieriger, da wir es bei diesen Disziplinen auch noch mit dem Glücksfaktor zu tun bekommen, wo jedem inzwischen klar ist, daß die größten Deppen auch den höchsten Glücksbedarf haben. Das Schicksal ist ja meistens gnädig!

Wer jetzt mitgelacht hat, dem ist es nun auch schon 1 X gelungen, sein Bewusstsein zu erweitern! Wer aber angefangen hat, sich in Wahrscheinlichkeitsrechnungen zu vertiefen, der sollte besser gleich zu einer Droge greifen, damit er nicht die Intelligenzgrenze in Richtung Unerträglichkeit überschreitet. Das würde sich nämlich einschränkend auswirken und nicht erweiternd. Das Bewusstsein würde aber gestärkt!

Und hier kommt dann auch schon der letzte Tipp, den man sich selbst geben kann, wenn ein vorhandenes Bewusstsein erweitert werden soll: Verlass dich stets auf dein Selbstbewusstsein! Damit kannst du dich dermaßen verarschen, daß du Schwarz und Weiß nicht mehr voneinander unterscheiden können wirst, wenn du mit dir fertig bist. Dann hat sich die Realität in fernen Spiralnebeln verloren, aus denen es kein Zurück mehr gibt. Man sieht dir daraufhin zwar an, wie glücklich du bist, aber genau betrachtet haben deine Augen einen seltsamen Ausdruck bekommen: Dein Blick wirkt entweder aggressiv (rechthaberisch) oder stumpf (selbstzufrieden)! Du darfst dich dann jederzeit als Inhaber eines erweiterten Bewusstseins verkaufen, dem niemand das Gegenteil beweisen kann, da er Beweise nicht mehr akzeptiert, doch Träume haben ist auch irgendwie schön. Echte Ergebnisse muss man eben Leuten (Spezialisten) überlassen, die sich einfach nicht spezialisieren können, weil sie das nicht wollen …!

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Kommentare

22. Feb 2018

Bewusst den Text gelesen -
Ist lesenswert gewesen!

LG Axel