Weihnachtsanekdote

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So lange Zeit schießt durch die Adern. Ich weiß noch, wie mein Weihnachten als Kind so wunderbar glücklich ablief. Wir sagten immer in der Grundschule: „Heute ist (z. B.) der 24.10., und dann in zwei Monaten ist Weihnachten!“ Alles war auf diesen Tag fixiert. Die Grundschultexte, die man lernen sollte, das erste Schreibheft, da wurde schon fleißig geübt. Mein Lehrer in der 1. Klasse sagte immer: „Ihr wisst doch noch gar nicht, wie Weihnachten geschrieben wird …“ Er sagte: „Das ist nicht so leicht …“ Ja, früher gab es nichts, was die Kinderaugen in den Spielzeuggeschäften abschweifen ließ. Es ist immer auch schön, alles untern Weihnachtsbaum zu bekommen, was man sich wünschte, wenn man brav war. Man glaubte nicht zu lange an den Weihnachtsmann, wusste aber, wenn am 24. Bescherung war, dass man überrascht wurde, und musste gespannt vor der Tür warten, bis die Klingel läutete … Einmal sagte Vater, da war ich noch ganz klein, als er das Fenster der guten Stube schloss, dass das Christkind gerade entschwunden war … Mein schönstes Weihnachten, als Kind, war noch kurz vor dem Fest. Meine Eltern und ich waren ins Karstadt-Parkhaus gefahren. Es war, glaube ich, schon der 23. Dezember, ich war 6 Jahre alt und mein Lieblingslied war immer noch „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ … Ich war fasziniert vom Kronensaal, vom wunderbaren Fest … und von dem schönen Moment mit der Familie zusammen zu sein … Damals kam auch Opa und Oma an Heiligabend. Auf jeden Fall … wir waren einkaufen und der wirklich tollste Moment war, als wir mit dem ersten Senator von Vater das Parkhaus, die Schnecke, herabfuhren. Das Kassettenradio spielte Weihnachtsmusik, auch Peter Alexander, und wir alle drei voller Inbrunst, meine Mutter, mein Vater und ich, wirklich voller Glück sangen: „Morgen, Kinder, wird’s was geben!“ Meine Mutter, an ihr gutmütiges Lächeln erinnere ich mich. Meinen Vater mit der Pitje Puck Art, dem fröhlichen und gutgelaunten Blick, seine ehrliche und verschmitzte Person. Das war ein Moment, da wir alle gesegnet waren … fehlte nur noch mein Bruder, der damals ein anderer Mensch war … da war Familie das Allerschönste, als Kind. Und die Struxieisenbahn, die ich geschenkt bekam, steht nunmehr noch im Regal im Keller, beim alten Spielzeug … Die Zeit hat manches verändert, aber Liebe und Glück und Zusammenhalt gehen aus den Erfahrungen hervor ... Manche Menschen hassen Weihnachten oder lehnen es ab, aber wir wissen genau, auch wenn Jesus nicht an dem Tag geboren ist, dass wir Menschen es brauchen, das Weihnachten ... Der Tannenbaum, eine nordische Eigenheit. Aber wir Menschen müssen und sollten zusammenhalten … Und ich wünsche euch allen da draußen eine so wunderbare Erinnerung. Das Lied und dieser wunderbare Abend in den 80ern, dieser 23. Dezember, erquickt immer noch mein Herz, auch wenn meine Eltern nicht mehr da sind.

Frohe Weihnachten, Uwe Kraus, den 14.12.2019

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Kommentare

24. Dez 2019

Sehr schön, wie Dein Text beweist,
Was wahre Weihnacht wirklich heißt ...

Frohes Fest und LG Axel

25. Dez 2019

Weihnachten, das Fest der Familie, ist auch bei mir verbunden mit intensiven glücklichen Kindheitserinnerungen, die mich geprägt haben – und wenn wir aus diesen Erfahrungen den Schluss ziehen, dass wir Menschen im weitesten Sinn zusammenhalten müssen, dann hat dieses Fest des Friedens und Neubeginns auch heute und morgen noch seinen tiefen Sinn. Danke für die Anregungen, lieber Uwe – und einen guten ersten Weihnachtstag.

HG Marie

25. Dez 2019

Vielen lieben Dank für die likes und Kommentare.... schöne Weihnachten.... Euer Uwe