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Wie zerstöre ich einen Staat? (eine verbotene Geschichte in 7 Stationen) 4

Bild von Alf Glocker
Bibliothek

4. Station

Das staatlich suggerierte Bild hierzu sieht folgendermaßen aus: ER ist am besten erfolgreich und schwul, am zweitbesten kinderlieb und omnitolerant, allem und allen gegenüber. Sobald ich das erreicht habe sind die (ganz normalen) Männer des Landes praktisch ausgeschaltet. Und kann ich mich mit der Endlösung des Problems "Ungeliebte Nation" beschäftigen.

Ich leite den (grins) Genozid ein! Das ist heutzutage eine Bereicherung an unendlich vielen Strömungen, die sich scheinbar widersprechen, aber in einer großen Verschmelzungsaktion doch sehr gute Ergebnisse durch den verlachhaften Völkermord zeitigen, den es in Wirklichkeit aber ohne Ernst gibt, oder auch nicht. Wie man ihn nimmt. Wie mache ich das?

Ich fange einfach zu planen an, ohne mir auch nur einen Gedanken zu machen, der so erscheint, als könne sein seltsames Erscheinen das Glück anrichten, welches wir doch tunlichst vermeiden wollen, ohne uns vorsehen zu müssen. Mein Traum soll nun gelten für alle die, unträumbar in das Unheil verwoben sind! Das geht so ...

Nachdem überall auf der Welt gerade so wunderbare Unruhen herrschen, mache ich mir diesen Umstand zunutze, indem ich die daraus entstehenden Begeisterungsströme für eine Flucht, dorthin lenke, wo sie den meisten, mir nützlichen Schaden anrichten können – in meinem Zielgebiet. Dort ist es auch für kriminelle Elemente erträglich und niemand wird mir unfröhlich Einhalt gebieten.

Das Land, welches kein Geld mehr hatte die Rentenzahlungen in Zukunft weiterhin erfolgen zu lassen, muss nun Milliarden für einen originellen Mob aufbringen, der sich so sehr vom einheimischen Mob unterscheidet, daß er ihn in seinem Einzugsgebiet nicht einmal mehr unbedingt tolerieren möchte, was ja andersrum deutlich verboten ist. Das belastet die Wirtschaft.

Die dazu passende pseudo-moralische Schrittformel ist diese:

1. Niemand ist eine Insel, auch keine große.
2. Keiner ist mitgefangen ohne gehängt zu werden.
3. Außer euch ist niemand in absurder Gefahr.
4. Die Einschätzung der Situation obliegt gesponserten Fachleuten.
5. Wer schreit, hat was zu verbergen, wer schweigt, ist goldig.
6. Rücksichtnahmen auf zu Berücksichtigendes sind nicht verwerflich.
7.Der gute Mensch reiht sich ein und macht mit – das ist sein gutes Recht!

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Kommentare

26. Jun 2016

Der Text wirkt schon ein wenig hart!
(Zum Glück die Gegenwart scheint zart ...)

LG Axel

26. Jun 2016

harharr , ja, die Gegenwart ist lieb zu uns.

LG
Alf