Die Farce

von Alf Glocker
Mitglied

Wie bitte soll man jemandem klar machen, daß man ihm nichts klarmachen kann – und warum? Nein, nicht warum man jemandem etwas klarmachen möchte, sondern warum man niemandem etwas klarmachen kann. Einem Menschen, dem man nichts klar machen kann, ist halt einfach nicht klar, daß ihm nichts klar ist – im Gegenteil: Er hält sich für informiert (was er ja auch ist), aber er ist leider falsch informiert!

Ein Mensch

Ein Mensch hält sich für kompetent,
weshalb er für sich Fakten nennt,
die jemand aus der Luft gegriffen.
Doch auf dergleichen sei gepfiffen,
was nicht mit dem Mainstream läuft!

Der eine hascht, der andere säuft,
der Dritte glaubt an jeden Dreck!
Der Vierte frisst sich Kummerspeck,
auf seine schmalen Hungerhüften,
ein anderer erliegt den süßen Düften,

die aus der Opium-Pfeife kommen.
Hauptsache, man sieht verschwommen,
was vor der Nase täglich so passiert –
dann ist man regelrecht verführt,
doch das soll man so nicht kapieren!

In seinem Herzen muss man spüren,
was die Despoten heut verkünden!
Dann darf man getrost verschwinden –
ein Mensch ist nur, wer jeden Mist vertritt,
denn brave Menschen laufen einfach mit!

Was sind „richtige Informationen“? Solange jemand, dem man nichts klar machen kann, denkt, die Wahrheit sei interpretierbar, solange hat er Recht, auch wenn er sich noch so gründlich im Irrtum befindet, denn alles hängt leider von seinem (guten) Glauben ab! Man kann ja niemanden bitten, eine Sache ganz zu Ende zu denken, wenn er das einfach nicht kann … aber was macht man dann?

Logische Kurzschlüsse sind vorhersehbare Hochleistungsprodukte sehr gebildeter Menschen, die womöglich gelernt haben, oder gelernt zu haben glauben, daß es kein „Jenseits“ gäbe. Das allein könnte man durchaus als persönliche Wahrheit, als Resultat praktischen Denkens anerkennen, doch dann dürfen keine anderslautenden Fehlschlüsse kommen …

Wie, unter anderem, der, daß jeder bei einem x-beliebigen Volk hätte verkörpert werden können und nur Glück hatte, in einem zivilisierten Wohlstandsstaat geboren worden zu sein. Denn das würde ja auf eine „unsterbliche Seele“ hinweisen – auf etwas, das vorher (vor dem Leben) auch schon existiert hat.

Ja, WO war derjenige denn dann, wenn er überall verkörpert werden könnte – und WAS war er? Er müsste demnach doch irgendwo „herumgeschwebt“ sein … Logisch – nicht wahr? Ebenso logisch, wie, daß ein Mensch immer nur, als Ergebnis einer sehr langen Folge von Vererbung und Gensprüngen zur Welt gekommen sein KANN!

Wer bis hierher folgen konnte, der fragt sich jetzt vielleicht, wie viele Fehlschlüsse einen Menschen in seinem Leben in die Irre führen, der bereits an solch fundamentalen Fragen, wie, „Wo komme ich her?“ und „Wer bin ich?“ gescheitert ist. Ein Einsehen muss daher ausgeschlossen werden? – Lasst mich bitte nicht an uns verzweifeln. Ist die Bezeichnung „Homo sapiens“ wirklich nur eine Farce?

Veröffentlicht / Quelle: 
auf anderen Webseiten

Buchempfehlung:

284 Seiten / Taschenbuch
EUR 11,80
398 Seiten / Taschenbuch
EUR 14,80
Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare

27. Jul 2018

Er nennt sich "Doppel-Sapiens" gar!
(Soll wohl beweisen: Das ist wahr ...)

LG Axel

28. Jul 2018

Die Wahrheit gibt es - das ist der Fall-
doch der Sapiens hat `nen Knall!

LG Alf