Der Weg selbst

von Alf Glocker
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Ein schöner Tag! Ich gehe spazieren. Um mich das Licht, ich gehe diesen Weg … vor mir ist etwas, das ich zu verfolgen scheine … ist es der Tod? Hinter mir ist das Nichts … mein Leben … das sich aufgelöst hat … ich sehe nur noch anhand meiner Gegenstände und Texte, die ich erstellt habe, daß etwas gewesen ist. Und neben mir geht auch einer – es ist meine wahre Gestalt, die meine Gestalt nicht ist, die ich jetzt bin. Bleibt die Frage, ob diese „wahre“ Gestalt, die ich jetzt nicht bin, auch nur aus dem besteht, woraus alles besteht: aus Nichts!

Doch eines besteht nicht aus Nichts: meine Gedanken … sie sind da … und gleich wieder verflogen. Für eine kurze Zeit erkenne ich mich als Gedanke, dann bin ich wieder ein anderer Gedanke. Das geht jetzt seit vielen Jahren so und lässt sich bloß in einer Einheit messen, die man „Zeit“ nennt. Die Zeit ist ein Zustand, in dem der ewige Wechsel Platz findet, der aus dem Nichts entsteht und in das Nichts geht … aber sie existiert in Zonen. Solange auch nur irgendetwas vergeht, also ist, ist auch die Zeit – erreichbar durch die Erinnerung und durch Reisen in die Erinnerung.

Doch wenn wir in die Erinnerung(en) verreisen, dann entdecken wir, daß wir nicht mehr eingreifen können … wir sind, als Reisende, lediglich Zuschauer. Außer, wir würden diesem Zustand angehören, den der betrachtete Spaziergänger „Gegenwart“ nennt. Dann wären wir bei ihm, oder wir würden ihn darstellen. Dann wären wir Opfer jener Ereignisse, die wir als Zeitreisender vorfinden, der allerdings nur Betrachter und nicht Spaziergänger ist. Dann würden sich die für den Spaziergänger undeutbaren Ereignisfolgen zu erkennen geben, in diesem Bild der „Erinnerung“.

Wir könnten ermessen, warum er, der Spaziergänger, nichts davon wissen soll: Weil sie sonst nicht stattfinden würden! Niemand würde freiwillig in ein Komplott, in den Tod, oder, über eine Liebschaft, in unauflösbare Verwicklungen gehen, deren Wahrheitsgehalt ebenso groß und dramatisch ist, wie die Unausgeglichenheit zwischen angenehmen und unangenehmen Erfahrungen. Der Schatz an Erinnerungen, den wir hier zusammentragen, bliebe niemandem vorbehalten, denn das Schicksal ist keine Person, auch wenn es danach aussieht, als würden uns launische Götter in die Irre führen.

Aber es ist keine Irre! Jeder Gedanke muss erst einmal erzeugt werden! Am Ende aller Gedanken steht ein Produkt, welches tatsächlich einen Sinn rückwirkend erkennen lässt … ob er nun schlüssig, also logisch ist, oder nicht. Dafür gibt es sowohl die Erinnerung, wie auch Zeitzonen … sie klären uns auf! Doch Zeitzonen haben, gegenüber der persönlichen Erinnerung von Einzelwesen, die Gedanken produzieren und dabei Opfer eines Prozesses werden, einen gravierenden Vorteil … sie können neu geladen werden! Diese Neuladung ist hochkompliziert und erfolgt über einen Störfaktor.

Spaziergänger, die etwas zu verfolgen scheinen, während ihre wahre Gestalt, die keine ist, neben ihnen im Licht einhergeht, sind ein doppeltes Nichts! Sie verleugnen sich selbst und kontrollieren damit die Erinnerung. Und weil sie das tun, verändert sich die Zeit! Denn ihre Zonen sind Energiezonen, deren Ladung nur um ein winziges Frequenzteilchen verändert werden muss, damit sich das Endergebnis verändert. Das ist der Unterschied zwischen dem persönlichen und dem universellen „Gedächtnis“. Das persönliche besteht aus den Erinnerungen an Wege, das universelle ist der Weg selbst!

*

Der bessere Wind

Ich erlebe meinen Traum als einen Traum von Träumen,
und dabei bleib ich mir, so weit wie möglich, fern!
Doch will ich nicht den einen Traum versäumen –
Von einem Leben hier, auf einem „andern Stern“!

Vergangenheit bewegt mir Glieder und Vernunft –
ich bin gefesselt jetzt als Mensch und dennoch frei.
Der Zauberspruch heißt „Ändere nun die Zukunft!“,
doch sei mit Vor- und Umsicht, nicht ganz echt, dabei!

Die Wege in der Zeit sind längst schon aus- vergangen!
Sie noch einmal zu suchen kostet sehr viel Lebenskraft!
Das Schicksal winkt mit abertausend Würgeschlangen –
der Unsinn, den es fabriziert, ist wirklich sagenhaft!

Es lässt das, was wir möchten, endlos grau erscheinen,
als käme gar kein Licht vom Kosmos in die Seele …
Denn was wir so erstreben, oder was wir meinen,
das ordnet sich nur, fügsam, in die höheren Befehle!

Aus diesem Grund ist jenes Wandeln unter trüben Tassen,
dem sich die Geister ausgesetzt sehn, die daneben sind,
ein Wahnsinnsunterfangen, beinah nicht zu fassen –
und doch weht bald ein neuer, endlich besserer Wind!

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Kommentare

28. Jun 2017

Reflektierend und tiefsinnig,
philosophische Gedanken
über das 'ICH'.
Hervorragend!

LG Monika

01. Jul 2017

Sehr schwer zu verstehen und nachzuvollziehen, um an den wahren Kern zu kommen. Das gibt Nachdenkstoff, mei Liaba!
Aber das ist man von dir ja gewöhnt.