SCHEINbar

von Monika Jarju
Mitglied

Im Discounter frisch gestrichene weiße Wände und Regale, auch die Kasse und der Käsestand sind weiß, sogar die Rückseite meines Zehn-Euro-Scheins.

*

Die Bankkassiererin lehnt ab, meine zerrissenen Hundert-Euro-Scheine zu ersetzen. Wir streiten. Endlich händigt sie mir ein Formular aus und bietet mir 105 für 200 Euro an. Empört gehe ich. Ihr Kollege läuft mir mit einem Dutzend Tafeln Vollmilchschokolade in einer Schubkarre nach, sein Angebot für den Fehlbetrag. Vor mir auf dem Weg glänzt ein Fünf-Euro-Stück.

*

Als Wechselgeld gibt mir die Marktfrau seltsame Scheine und winzige Pappstreifen heraus, Rabattmarken. „Damit können Sie nur bei mir bezahlen.“, sagt die Händlerin streng.

*

Ich warte in einer Schlange auf die Lohnzahlung. Nach langem hin und her zahlt man mir fünf Euro aus und eine halbe Flasche Wein, sie ist undicht und tropft.

Buchempfehlung:

[numberofpages] Seiten / Taschenbuch
EUR 12,00
[numberofpages] Seiten / Taschenbuch
EUR 12,00
Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Mehr von Monika Jarju online lesen

Kommentare

29. Sep 2019

ich war in früheren Zeiten ein Banker. Da hieß es noch: Wenn mehr als die Hälfte des Scheines existiert und die Nummer
vorhanden ist, wird der Schein kommentarlos ersetzt. So hat es die Bundesbank verlautbaren lassen, so steht es im
Gesetz.
HG Olaf

30. Sep 2019

Beschädigte Scheine habe ich auch schon problemlos tauschen können, Olaf, allerdings bei den Traum-Währungen läuft das anders ab. Sei gegrüßt, Monika