Anekdoten von und mit A... in Versen

Bild von Ernst Wetzel
Mitglied

A…, der Gärtner

Nach dem (6. Geburtstags-)Kaffee sind wir zum Verdauen eine Runde um‘s Haus gegangen.
An einem Gärtnereibetrieb aus einem großen Komposthaufen schöne Blumen entsprangen.
Als ich deinen Blick darauf lenkte, du belehrtest mich da,
aber Onkel Ernst: „Gerbera ist doch keine Blume sondern eine Pflanze“ – ja (!)
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A…‘s erste Schulauffassung

A… , als gerade Eingeschulter wolltest du von Mama wissen,
warum sie zur Schule arbeiten geht müssen.
Sie gehe doch genauso zur Schule wie er,
da ist es mit Arbeiten doch gar nicht weit her … .
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A…, der Verwirrte

In Duisburg hatten wir mal ein Erlebnis,
das geht mir bis heute nicht aus dem Gedächtnis.
Als ein Hubschrauber dort über unserem Haus fliegend am Krankenhaus landete
wir behaupteten, er dir die leckeren Markbällchen in die Rindfleischsuppe strandete.
Und das alles, während du mit mir draußen beobachtetest das (Auf-)Gerege,
Tante P… gab die selbst gemachten Markbällchen in die Suppe als Gelege.
Unsere Behauptung wurde am Mittagstisch sitzend mit fragendem Blick aufgenommen:
Waren die ersehnten Markbällchen wirklich mit dem Hubschrauber hierhin gekommen ?
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A…, der Unersättliche

Als A.. so 10 Jahre alt war, er wünschte hier mal in den Zoo zu gehen,
um die vielfältigen Tierarten im Duisburger Zoo sich anzusehen.
Mit Getränken und vorbereiteter Kost im Rucksack bestückt waren wir bereit,
mit ihm dafür zu verplanen eine ganze Tageszeit.
Der Zoo wusste uns mit Sonnenschein einladend zu empfangen,
wir ihn also erwartungsvoll und gut gelaunt mit Familientarif begangen.
Wir schlenderten vorbei an den vielen Großtierarten in ihren Gehegen,
die Tiere zeigten sich; das Wetter schien uns und auch ihnen doch sehr gelegen.
Auch zeigten sich Störche und Pfauen in prächtig gefiederter Montur,
mit dem Gang vorbei an den Vogelvolieren setzten wir fort unsere Zoo-Wandertour.
Auch schienen die Brillenbären zu genießen das sie kühlende Nass,
und bei der Seehundfütterung hatten Besucher wie auch die Tiere ihren Spaß.
Schildkröten, Eidechsen, Schlangen und Krokodile besuchten wir im Reptilienhaus.
Schweißtemperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit trieben uns da schnell wieder raus.
Dagegen war der Gang durch das Koala-Haus ein angenehmes Muss,
die behäbigen baumbewohnenden Beuteltiere zu beobachten ein Genuss.
Etwa zur Mittagszeit betraten wir das recht dunkel gehaltene Aquarienhaus,
die farbenprächtigen Fische schwimmend zu bewundern war ein Augenschmaus.
Wir vernahmen von draußen ein zunehmend donnerndes Grollen,
sollte ein drohendes Gewitter unseren Zoobesuch abrupt beenden wollen ?
Es schüttete Regen peitschend auf das Dach aus vollen Kübeln,
das brachte dann Tante P… und Onkel Ernst doch sehr ins Grübeln … .
Nach einer Viertelstunde – hoffend auf Gewitterende – bei geduldigem Warten,
wollten Tante P.. und Onkel Ernst dann doch den Heimweg antretend starten.
Nur mit Schirmen geschützt weiter zu gehen schien nicht recht motivierend,
da war A.. aber ganz anderer Meinung, mit Ärger im Gesicht gestikulierend.
Tante P…, wir waren doch noch nicht im Affenhaus
und das Delphinarium zu besuchen, das stehe auch noch aus.
Und der landschaftsbaulich besuchenswerte China-Garten,
möchte uns ganz bestimmt auch noch erwarten … .
Seine fordernden Armbewegungen und tränenreiche Gestik ließen uns erweichen
halbwegs schirmgeschützt das Zoobesuchsversprechen ganzheitlich zu begleichen.
Nach fast sechs Stunden Zoo-Trip war es uns dann gelungen,
Tante P… und Onkel Ernst hatten längst mit der Müdigkeit gerungen.
A… schien immer noch beeindruckt und aufgeregt zu überlegen,
ob wir wirklich überall gewesen waren – hielt stehenbleibend dagegen.
Unsere nassen Hosenbeine wie auch durchnässten Schuhe ließen ihn überzeugen
sich auf dem Heimweg zum Auto mit uns zu begeben und sich zu beugen … .
So haben wir zu dritt eine anekdotenstarke Tagestour erlebt,
deren Wiederholung im letzten Drittel so wird nicht noch mal angestrebt.
Wir erkannten u. a. das Einlösen des Zoobesuchs als patenelterliche Pflicht.
Als Erinnerung für uns und A… dieses das Erlebnis beschreibende Gedicht.
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A…, vom Ängstlichen zum Selbstständigen

Ach, was waren das für „schöne“ Zeiten,
als du noch zeigtest deine ängstlichen Seiten.
Als du nicht nur auf eine Gute-Nacht-Geschichte bestandest
und ohne einen Gute-Nacht-Kuss (auf die Backe!) nicht einschlafen konntest.
Und die Tür geöffnet sein musste, damit noch Licht hinein scheine,
und Du siehst und hörst, wir lassen dich nicht alleine.
Die Frage, ob ich auch bald schlafen komme, war sicherlich
ein Schwanken zwischen Angst und Vertrauen in mich … .
Nun ist es nicht lange her, Du warst 13 – so ungefähr,
da kamst du alleine nach Duisburg mit der geliebten Eisenbahn hierher.
Auch die abendliche Frage, willst du bei Onkel Ernst oder oben schlafen,
du nun anders beantwortetest, als wolltest du mich strafen.
Oben ! Du seist ja schließlich abends daheim schon oft alleine gewesen,
und eine Gute-Nacht-Geschichte brauchst du mir auch nicht mehr vorzulesen ... .
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A… fordert von Tante P... eine „Mutprobe“ …

Jedes Jahr besuchen wir gerne die Kirmes in OB zu Fronleichnam,
dazu auch – wieder danach fragend – gerne A...männchen hinzukam.
Doch dieses Mal gab’s ein (riesen)großes (?) Problem,
Onkel Ernst war anderswo gebunden – für Tante P… nicht so angenehm … .
Beide drehten über die Kirmes wie gewohnt so ihre Runden,
vergnügten sich dabei wieder gemeinsam so einige Stunden.
Dazu bekam A… immer ein festes Kirmesgeld,
um wieder eigenständig zu erschließen die (neue) Kirmeswelt.
Aber an der Wasserrutschenbahn (endlich ?) angekommen,
sollte nun Tante P… als Ersatz für Onkel Ernst mit ins Boot kommen.
Da stellte sich Tante P… queer und verweigerte handabweisend die Mitfahrt,
solch eine Mutprobe aus zehn Meter Höhe sei einfach nicht ihre Art.
Flehend bat Arne: „Aber, Du hast es mir doch versprochen“,
ist Tante P… dann doch ängstlich mit ins Wasserboot gekrochen … .
Und als das Boot oben ankam an des Steilhangs höchster Stelle,
kam auch schon die das Boot vorwärts schiebende Wasserwelle.
Und so nahm das Boot Fahrt auf runter stürzend die schiefe Ebene,
Tante P… durchlitt festklammernd diese (so gefährliche ?) Rutsch-Szene.
Als das Boot dann beidseitig spritzend hatte auf’s Wasser aufgesetzt,
schoss noch ein Foto beide darin sitzend – ganz unverletzt … .
Solch eine Mutprobe steht einer Patentante gut zu Gesicht,
erst recht, wenn man die Teilnahme an der Kirmes verspricht … .

Wasserrutsche auf der Fronleichnamskirmes
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