Die Kunst in mir - Page 2

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meistern, die womöglich eine bekannte Möglichkeit enthält: dass die Begeisterung für die Aufgabe die Zeit beschleunigen und dahinrasen lässt. Und wie inhaltsvoll Robert Grimm körperlich und geistig erfasst, dass er den Darm entleeren muss, so beinhaltet seine jetzige und gegenwärtige Motivation das, was den Eignungstest kurzerhand beenden lässt. Daher erweist sich die Hand als hilfreichlich und die eigene Dummheit bleibt stets vorteilhaft, die mit Sicherheit und Gewissheit verkündet, dass Robert Grimm ein paar Aufgaben und Fragen mit Unwissenheit begrüßen und verabschieden kann … Wo die Fliege mal gemütlich saß, da ermutigt ein dicker Papierstapel eine wahrlich herausfordernde Herausforderung, die man mit Scharfsinn und einem Kugelschreiber leicht bewältigen kann. Kunst kommt von Können und Können kommt von Wollen, deswegen bleibt das körperliche Anliegen eine anliegende Zielsetzung, die man aufsetzend durch das Nachdenken, Erfassen, Verstehen und Beantworten erledigen kann. Leicht scheinen die ersten Seiten nicht zu sein, denn ein Vorhandensein über irgendwelche Mathematik-Aufgaben ist nicht abrufbar und anwesend, weil eine ständige Schulabwesenheit stets eine abrufbare Gegebenheit war, und wie wahrhaftig der Papierstapel viele Zettel verliert, bleibt wahrheitsgemäß der Dummheit und Ungebildetheit überlassen. Über den nächsten Papierstapel lässt Robert sanft und wissenswert ein Auge rollen, und sein Wissensdurst kann in den nächsten Fragestellungen ertrinken, denn schließlich liest sich Robert lispelnd die Frage selbst vor.
»Bilden Sie daraus vier Wörter und einen Satz: asdhoasduhafsföobhawklunpüacxqivweym. Die vorgegebenen Buchstaben dürfen mehrmals verwendet werden.«
Las Robert Grimm die anfallende Frage vor, die einfallend merklich er nicht beantworten kann. Nicht zu angeberisch geht Robert mit der Unbildung um, und umfasst mit seinem Geist die nächste Frage.
»Finden Sie in diesem Satz den Fehler: Und als ich da ankam, war dort fast nichts…«
Las Robert die weitere Frage vor, die weiterhin auf seinem Stirn ein Fragezeichen aufsetzt.
»Welche Wortart besitzt dieser Fachausdruck: eben?«
Fragte Robert sich selbst, als er die selbsterklärende Frage mit einem Auge begutachtet hat. Das andere Auge begutachtet nun achtend auf Wissenheit all die anderen Eignungstest-Fragen, die eigenartig und wissentlich für Robert nicht beantwortbar bleiben … Andererseits entwickelt das Begutachten und Erforschen eine ansprechende Seite, die sich mitsprechend mit Gedichten von Axel C. Englert beschäftigt; und die man mit einer ausführlichen Rezension ausrüsten soll.
»LIEBE MITBÜRGER UND MITBÜRGERINNEN!

Rowdys? Asoziale? Spinnen!
WER soll das bezahlen?
Wer schützt uns? Vor Vandalen?

DIE GELBE SCHAUKEL! Schien das Zeichen –
Was treu ZUSAMMEN wir erreichen!
Bauen wir sie! WIEDER AUF!
Nehmt das Böse nie in Kauf!

Denn dann wird unsre Stadt perfekt:
Bürger! Helft! Bei dem Projekt:
‚SCHAUKEL-AUFBAU – GOTT SEI DANK!
Spendenkonto: Goldmine-Bank‘

Schon bald ist so durch Menschenkraft
Der schöne Neu-Aufbau geschafft!
Der Eiffelturm? Das Siegestor?
Die GELBE SCHAUKEL – sie geht vor!«
Erfasste Robert Grimm durchs Lesen das erste Gedicht, welches er durchaus begreifen kann, weil die ergreifenden Zusammenhänge sich aus persönlichen Erfahrungen mit der Stadt-Sehenswürdigkeit und der „Goldmine“-Bank verbinden lassen. Doch die veranlassende und geforderte Rezension unterläuft einen überzeugenden Befund, der die Idee beim Nachgrübeln erzeugt, dass eine Nacherzählung des Gedichtes unter Sinnlosigkeiten und Nutzlosigkeiten leidet, denn schließlich durchschaut Robert ausdrücklich, dass der Autor bereits durch sein Gedicht eine nachdrückliche und detaillierte Rezension hinterlassen hat. Und in der Tat bleibt der Kugelschreiber in seiner Hand schreibbereit liegen, und bereitet sich auf die nächste Herausforderung vor, die vorsichtshalber ein weiteres Gedicht von Axel C. Englert entdeckt.
»Richter Schmitz saß ewig schon
Im Amtsgericht auf seinem Thron –
Ständig stur die gleiche Schiene:
Kleinkram – lästige Routine …

Ihr Außenspiegel – leicht verbeult;
Die Witwe Müller – schwer verheult …
De-pri-mie-rend, wie Schmitz fand:
Absolut un-in-ter-es-sant …

Die ZEUGEN freilich, zu dem Schaden –
Brachten Stimmung in den Laden:
Ein Herr ‚Siegfried‘, Helm, baumlang,
Stand wartend nicht allein im Gang –

Gar grimmer Typ (Bart, Augenklappe)
Schien hager gleichfalls nicht von Pappe!
Ein LINDWURM auf ACHT Stühlen hockte –
Was die Prozess-Besucher schockte!

‚HUNDE MÜSSEN DRAUSSEN BLEIBEN!‘ –
Viel kann man auf Schilder schreiben …
Der Drachen deutlich war kein Hund;
Und ihn zu fragen?! Ungesund …

DAS hatte Schmitz noch nie erlebt –
Der Richter richtig hat gebebt!
Welch ein absurder Masken-Ball:
FRAU Müller! Aussage! Zum Fall –

Das ist ungerecht, Herr Richter!
MEINE Zeugen – KEIN Gelichter …
Denn auf der Ladung (vom Vortage)
Las ich bestimmt ‚ZEUGEN AUS SAGE‘ …«
Las Robert das Gedicht flüsternd und kaum hörbar vor, und bevor der nächste Zettel sein Geheimnis lüftet, flüstert eine verschwiegene Erhellung etwas über Begriffsbestimmung, die bestimmend und entscheidend den Einfall mit einem Amtsgericht verbindet. Gebunden wird diese kaum vernehmbare Vorwarnung keinesfalls, sondern bleibt als eine Auffassung und Anschauung liegen, mit der sich keine Rezension gestalten lässt … Wie der Zufall eine Wendung überlässt, so wendet Robert Grimm umgehend das nächste Blatt Papier, welches anzugehend und ergehend aus einem nächsten Gedicht sich ergeben lässt.
»Wir sind noch immer jene Kraft,
Die Erd und Himmel doch bewegt;
Ach! – leider – haben wir‘s geschafft:
Die halbe Welt bereits zerlegt …

Stark im Willen sind wir wohl!
Auch im Killen – wirr und hohl …
Nimmer im Stand zu weichen!
(Wir gehen – über Leichen …)«
Erfasste Robert das letzte Gedicht, welches letztendlich aus Tatsachen und Wahrheiten besteht. Bestehend bleibt die Rezension eine darbietende Herausforderung, die eine verständnisvolle Darbietung und Meisterung von Robert abverlangt. Und mit einem beschämenden Umsehen sieht sich Robert um, um zu erfahren, ob die anderen Langzeitarbeitslosen dieselben Angelegenheiten und Themenbereiche bewältigen. Tatsächlich ist die Mehrheit der vorhandenen Arbeitslosen am Schreiben und beansprucht zurzeit das Berechnen der Mathematik-Aufgaben für sich. Immerhin bestimmt Robert gegenwärtig nur ein menschliches Bedürfnis, welches bestimmend keine Herausforderungen und Aufgaben für sich beanspruchen lässt … Das nächste Blatt Papier ist für das Fassen und Auffassen bereit, doch Roberts Auffassungsgabe realisiert beim Lesen verschwiegen, dass der Eignungstest womöglich und mutmaßlich sein Berufsleben zum Besseren befördern kann, und fördernd rezensiert Robert die erläuterte Zielvorstellung, die die Jobcenter-Dame vor wenigen Augenblicken erläutert und erklärt hat. Nun sind die herausfordernden Ziele zwar schleppend bekannt, doch die Zielsetzung und Zielvorstellung stellt sich durch bevorstehende Aufgaben vor, und Roberts Kugelschreiber nimmt vorsichtshalber die Stellung an. An kleinen Motivationen und Anregungen hapert es hier nicht, denn immerhin kann Robert die Zeitbeschleunigung durch Spaß und Freude in die Tat umsetzen und dabei etwas Gutes für sein Berufsleben tun!
»Bitte spiegeln Sie das Werk ‚Jenseits von Gut und Böse‘ von Friedrich Wilhelm Nietzsche wider.

Lektor: Axel C. Englert

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