Die Kunst in mir - Page 62

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am Leben sein und die Geschichte von der Prinzessin und dem armen Schmied hören.«
Sprach David Plau, der deutlich sehen kann, dass Roberts Tascheninhalt nun noch Zuwachs bekommt.
»Danke …«
Teilte Robert wahrlich dankbar mit, der dieses unglaublich kostspielige Geschenk für Lisa und für alle Ewigkeit aufbewahren möchte.
»Herr Grimm! – Kommen Sie! Die neue Lieferung steht seit Stunden hier!«
Rief freudig David Plau, der wegen Roberts Freundlichkeit und Herzensbildung sicherlich schon vergessen hat, dass Robert mit Sicherheit ein Staatsdiener ist.
»Die neue Lieferung?«
Fragte nachdenklich Robert, der ebenfalls bereits vergessen hat, dass er Staatsdiener ist.
»Ja, die Leichen-Lieferung! Das Leichenhaus und das Leben haben viele Tote gesammelt, die darauf warten, unter die Erde zu kommen. – Kommen Sie, Herr Grimm! Vielleicht finden wir diesen Erdbeer-Verlobungsring, der den größten Diamanten der Welt hat!«
Antwortete wahrlich nett und energiegeladen David Plau, der mit einer Ladung an Hoffnung und Lebensmut diesen einen Verlobungsring wagemutig bei den Leichen und deren Tascheninhalten sucht. So nach etwas suchend, das überreich Kostbarkeit und Vermögen enthält, verhält sich Robert mit seiner Anteilnahme möglichst gesellig, um ebenfalls im Bestattungsinstitut zusammen mit dem Besitzer alle Leichen auf einen möglichen Besitz zu durchsuchen.
»Manche Leichen haben auch Intimpiercings! Wenn Sie nicht scheu sind, können Sie die Männer danach durchsuchen. – Bei alten Männern oder Frauen braucht man danach nicht zu suchen! Nicht, weil die das nicht haben, sondern weil die Schamhaare es vor einem verbergen!«
Verkündete gemeingültig David Plau, der betont sorgfältig eine Leiche nach Schmuck durchsucht. Seine Hände haben diese Tätigkeit gewiss schon seit Jahren ausgeführt, und so gewissenlos schaut Robert mit Höflichkeitsbekundung zu und lernt, wie man eine Leiche mit Höflichkeit und Nettigkeit auf Juwelierwaren durchsucht. Es vergehen bei der Suche durchsichtige Minuten, die durchgehend und vergeblich nichts finden, was keine Vergebung gegenüber toten Menschen und ihrer Ruhe aufbringen kann.
»Herr Plau! Hier! – Ich habe etwas gefunden!«
Sprach komfortabel und leistungswillig Robert, dessen schauspielerische Leistungen immer noch miserabel sind.
»Oh! – Was ist das?«
Fragte David Plau, der in Roberts Hand etwas sehen kann, was Robert im Laufe seiner Reise gesammelt hatte.
»Das ist eine Mundharmonika, die ich in der Tasche bei diesem alten Mann gefunden habe! – Auch lagen dort 40 Euro!«
Verkündete freudestrahlend Robert, der durch seine Aufopferung der Geschenke eine Aufbietung an Respekt gegenüber den toten Menschen aufbringt.
»Oh! – Die Mundharmonika kann was wert sein! Doch das Geld …«
Teilte nachdenklich David Plau mit.
»Das Geld lag in der Tasche.«
Vermerkte gutherzig Robert, dessen herzliche Lüge nicht gelüftet werden sollte.
»Mhm … Komisch! – Die Gerichtsmediziner behalten sonst das gefundene Geld. Das Leichenhaus ebenfalls!«
Verkündete überrascht und doch freundlich David Plau.
»Nehmen Sie es! – Sie haben mir diesen Diamantstein geschenkt.«
Schlug Robert ebenfalls sehr herzlich vor.
»Nein, Herr Grimm … Ich durchsuche die Leichen nur nach diesem Erdbeer-Verlobungsring, den die Prinzessin vor langer Zeit auf dem Scheiterhaufen trug. – Wie ich schon sagte: Ich habe seit Jahren keine Leichen mehr beklaut.«
Sagte wahrlich bedrückt David Plau.
»Oh … schade!«
Äußerte Robert sich mit der Wahrheit dazu.
»Wissen Sie, ich hatte vor Jahren einen bösen Traum, in dem ich sah, dass im Jenseits alle von mir beklauten Menschen auf mich warten. – Zum Glück war es der Himmel, wo meine Klau-Opfer auf mich mit Strafmaßnahmen des Jenseits warteten. Über die Hölle möchte ich erst gar nicht nachdenken.«
Schilderte David Plau.
»Und der Diamant? – Den habe ich von Ihnen erhalten.«
Verkündete nett Robert, dessen Nettigkeit keine Grenzen kennt.
»Ach, der … Der gehört Ihnen! – Ich denke, Sie sind genau wie dieser arme Schmied, der eines Tages einer wunderschönen Prinzessin ausgerechnet diesen Diamanten erneut schenken wird.«
Offenbarte wahrhaftig rührend David, der Roberts Gedanken an Lisa durch dessen Lächeln gerührt wahrnehmen kann.
»Danke … Wie soll ich Ihnen danken?«
Fragte positiv denkend Robert.
»Das haben Sie schon … Ich habe seit Monaten nicht mehr so ein schönes Gespräch erlebt. – Die Leichen reden selten, und Mark ist seit vielen Tagen nicht bei der Arbeit erschienen.«
Antwortete aufrichtig David Plau, der sich nun an Roberts Anliegen erinnert.
»Können Sie mir vielleicht sagen, wo ich Mark finden kann? – Es geht um …«
Sprach Robert, der beim Reden unterbrochen wird.
»Ich weiß, worum es geht … Mark Müller hat große Scheiße gebaut, und wie ich hörte, soll er vor ein paar Stunden in diesen verfluchten Wasserbrunnen gesprungen sein. – Ein Bekannter von mir hat Marks Sprung in den Brunnen gesehen und mich darüber informiert. Ich kann leider nicht zur Polizei gehen und nachfragen, was mit meinem Arbeitnehmer wirklich passiert ist. Ich bin bei der Polizei dafür bekannt, dass ich die Leichen nach Schmuck durchsuche.«
Erzählte ein wenig bedrückt David Plau.
»Was soll ich machen?«
Kam Robert auf den Punkt.
»Gehen Sie zur Polizei und fragen Sie dort nach, was mit Mark passiert ist. Wenn Sie Mark lebendig finden, so sagen Sie ihm bitte, dass er hier mit Liebe erwartet wird. Und sagen Sie ihm bitte auch, dass ich keinesfalls sauer auf ihn bin. – Bitte gehen Sie, ich mache mir große Sorgen um meinen Mark.«
Vermerkte von Traurigkeit erfüllt David Plau, der sich in Roberts einfühlenden Vorstellungsvermögen als der Vater von Mark Müller erweist.
»Gut, danke … Ich werde Mark finden und es ihm sagen!«
Verkündete sehr motiviert Robert, der gravierend begreift, dass er unverzüglich die Suche und Nachfrage bei der Polizei ergreifen soll.
»Ach, Herr Grimm! – Wenn Sie möchten, können Sie bei mir arbeiten! Ich baue Särge; kleide tote Menschen ein; lege die Leichen in den Sarg; bringe sie auf den Friedhof, und kann Ihnen durch meine Arbeit einen guten Arbeitslohn anbieten.«
Schlug wahrlich nett David Plau vor. Schade, dass Robert David Plau unter diesen Umständen kennengelernt hat.
»Danke, das bedeutet mir wirklich viel! – Vielleicht komme ich wieder, wenn mich niemand …«
Sprach ansprechend Robert, der seine eigene Wahrheit nicht weiter aussprechen möchte.
»Vielleicht finden wir gemeinsam diesen Erdbeer-Verlobungsring, der den größten Diamanten der Welt hat! – Die Leichen laufen nicht weg, genau wie ich, und wir werden auf Sie warten, Herr Grimm! Danke für Ihren Besuch!«
Erzählte herzlich David Plau, der mit seinem guten Herzen sehen kann, dass Robert ebenfalls ein von Herzlichkeit und Liebenswürdigkeit geprägter Mensch ist, der seine einprägende Herzlichkeit auf sein Abenteuer mitnimmt, welches der Besitzer des „Erde und Himmel“-Bestattungsinstituts auf die Sprünge gebracht hat. Und so

Lektor: Axel C. Englert

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