Ehrenamtlich engagiert - Page 4

Bild von Jurones
Mitglied

Seiten

Christopher Tageszeit, weil er diese Rede hier oft betont.
»Ich danke Ihnen!«
Offenbarte der Mann seine Freude, weil auch das Verbrechen und die Kriminalität sich ehrenamtlich und irgendwie schlagartig ins Gute stellen können. Eine derartige Wendung ist nicht eigenartig, denn auf ihre eigene Art und Weise zeigt sie unbesorgt, wo das bürokratische Gewaltverbrechen eine Linie zwischen Tugendhaftigkeit und Ausschreitung gezogen hat. Aufgrund von Zeitmangel und zugezogener Betriebsamkeit zieht sich das Warten in die Gegenwart hinein, und empfiehlt empfehlenswert, dass die Wertvorstellungen zwischen Gut und Böse stets beieinander liegen und sich aneinander vorbeiziehen. Und ein verweilendes Ordnerfach liegt schon in der Nähe und trägt den Namen: Widerspruch. Wieder kommt hier die seltene und ehrenamtliche Tätigkeit zum Vorschein, und erscheint bei Christopher erst dann erstaunlich, wenn das Erstaunen über die bürokratische Gerechtigkeit und Anständigkeit sich ständig verloren hat. Sich zusammenreißen muss Christopher Tageszeit bei dieser altbekannten Glaubensansicht nicht, denn bekanntlich kennt er auch das Gute, wenn auch hier heranwachsende Werte aus Kriminalität herauswachsen. Nun klingelt erneut und herausragend das Telefon und ruft nach heranwachsenden Taten, die tatkräftig die Anständigkeit bejubeln und für sich erhoffen. Nach Taten wird gerufen, die dringend eine Lösung brauchen, und vielleicht wird selbst das Gute und das Richtige mal hier anrufen. Doch heute wird daraus nichts.
»Guten Tag! – Hier ist die ‚Matratze mit der Fratze‘. Mein Name ist Christopher Tageszeit. Was kann ich für Sie tun?«
Verkündete der Matratzenladen-Besitzer.
»Guten Tag, Herr Tageszeit! – Hier ist die nebenstehende ‚Goldmine-Bank‘. Wir haben ein aussichtsloses Problem, und wir würden gerne erfahren, ob Sie Zeit für uns haben?«
Fragte leicht aufgeregt eine Dame am Telefon.
»Wenn es um geschäftliche Angelegenheiten geht, werde ich Ihnen gerne meine Zeit widmen.«
Antwortete Herr Tageszeit.
»Ich danke Ihnen! – Sie werden sofort mit dem Bankdirektor verbunden …«
Sagte die nette Dame am Telefon und die Zeit läuft, bis der Bankdirektor das Telefon nimmt.
»Guten Tag, Herr Tageszeit! Hier ist der Bankdirektor von der ‚Goldmine-Bank‘! – Wie ich aus dem Fenster beobachtet habe, erkenne ich eindringlich, dass Sie einen neuen Wagen besitzen.«
Redete heuchlerisch ein Bankdirektor, der doch beim Reden schmeichelhaft erscheinen möchte.
»Ja, es ist ein Maybach Exelero … Meinen Lamborghini Veneno musste ich wegen Geschäfts- Differenzen an einen Konkurrenten verschenken, und ohne Auto kann ich meine Arbeit nicht tadellos erledigen.«
Sprach nur ein Matratzenladen-Besitzer …
»Ich verstehe! – Und wie war der Urlaub beim Stanglwirt?«
Vergewisserte sich heuchlerisch nur ein Bankdirektor.
»Hahaha – Zwei Monate waren genug! Ich dachte, ich kann mich dort vor dem Regen verstecken, und doch sind dort das Leben und das Wetter gleich. – Die Arbeit ruft, wenn Sie etwas von mir möchten, dann sagen Sie es!«
Verkündete Herr Tageszeit.
»Ja! Ich komme zur Sache, Herr Tageszeit! – Unsere Finanz-Zusicherungs-Zeitspanne hat sich um drei Monate verdoppelt und die evaluierten Beilagen-Fördermittel sind schlagartig abgestürzt. Die Bank hat die Investment-Zulage abgelehnt, um ein Insolvenzverfahren auszuschließen. Nach vielen Überlegungen haben wir die Kostenerstattung aus der Zinsentwicklung aufberechnet und auf zwei Monate hinausgeschoben. – Nun droht uns eine plausible Aufstockungs-Grenze, die wir duch die Steuern und Umsatz-Auflagen nicht abdecken können.«
Erklärte besorgt ein Bankdirektor.
»Und das nochmal in menschlicher Sprache?«
Erfragte zurückhaltend Christopher.
»Wir haben Schulden, Herr Tageszeit!«
Antwortete der Bankdirektor, der wahrlich Hilfe braucht.
»Wenn Sie Schulden haben, dann sollten Sie die Investoren-Beilage-Ergänzung neu anfertigen; amtliche Schriftstücke und Zeugnisse über die Umsatzgewinnung wieder als Neueingang einnehmen und das alles mit einem falschen Datum bekunden lassen. Dann sollten Sie die Überweisungsscheine der Kunden einfach fälschen und viel Geld als Anzahlung dazuerfinden und dementsprechend daraus die Zinsen einziehen. – Jedoch muss ich Ihnen gleich mitteilen, dass ich hier meine Hilfe nirgendwo finden kann. Der Waschsalon namens‚Wasch-Bataillon‘ übernimmt solche Aufgaben. – Schließlich bin ich kein Urkundenfälscher, sondern ein Verfasser!«
Offenbarte endlich Christopher, was er eigentlich macht.
»Oh … Danke! Ich werde mich im Waschsalon melden und dort den Auftrag abgeben. – Da Sie heute so gut gelaunt sind, darf ich erfahren, was Sie studiert haben? – Ich meine, Sie haben und kennen alle Lösungen auf jedes Problem und …«
Erkundigte sich ein Bankdirektor.
»Ein anderes Mal … Haben Sie noch Fragen, die das Geschäftliche betreffen?«
Unterbrach Christopher unmerklich den Bankdirektor, und da merkt man deutlich, dass nicht viele Menschen Christophers Nähe kennen.
»Nein, habe ich nicht. – Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe! – Nein, warten Sie! Wenn ich mich telefonisch im Waschsalon melde, was soll ich genau sagen, damit ich diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen darf?«
Fragte ein Bankdirektor.
»Sagen Sie, dass Sie eine Matratze waschen möchten und ob sie in die Waschmaschine reinpasst. – Dann wird mein Arbeitskollege wissen, dass ich Sie empfohlen habe. Wenn Sie Glück haben, wird mein Arbeitskollege Sie bevorzugen …«
Gab Christopher die Anweisungen.
»Gut! Ich werde es sofort machen! – Ach, da habe ich noch etwas, womit Sie arbeiten können. Wie Sie sicherlich erfahren haben, wurde der Rundfunkbeitrag um 10 € erhöht! Wäre es möglich, dass Sie diese Unterlassung aufheben?«
Begründete ein Bankdirektor.
»Selbstverständlich kann ich diese Aufgabe übernehmen. – Da ich Sie seit vielen Jahren betreue, muss ich Ihnen nicht mitteilen, wie Sie die Unterlagen an mich versenden sollen?«
Fragte Christopher.
»Nein, die nötigen Schritte sind mir im Gedächtnis geblieben! – Ich danke Ihnen, dass Sie mich beraten haben und dafür, dass Sie mir noch eine weitere geheime Institution empfohlen haben! – Der Waschsalon namens ‚Wasch-Bataillon‘ wird auf jeden Fall auf die Liste gesetzt!«
Sagte ein Bankdirektor, der die „Goldmine-Bank” betreibt und legt anschließend auf. Schließlich schließt sich nie ein gemeinschaftlicher und krimineller Kreis, wenn er aus einer einzigen Einrichtung besteht. Und dass es noch viele weitere Dienstleister gibt, wird dieser Kreislauf der Kriminalität beglückend zum Ausdruck bringen. – Tatsächlich bringt das Leben auch falsche und gar vollendete Missverständnisse mit sich, und die sind doch so vollendete, weil das Verständnis auf Ursachen und Zusammenhängen beruht.
»Guten Tag! – Hier ist die ‚Matratze mit der Fratze‘. Mein Name ist Christopher Tageszeit. Was kann ich für Sie tun?«
Sagte Christopher am Telefon.
»Guten Tag! – Mein Name ist Anja Braumann und ich würde gerne eine Kaltschaummatratze bestellen. Gegebenenfalls würde ich auch eine Wassermatratze von dem Hersteller ‚Matt und Blatt‘ erwerben. – Haben Sie diese Matratzen auf Lager oder können Sie sie eventuell bestellen? Ich wäre auch bereit,

Lektor: Axel C. Englert

Seiten

Mehr von Mit T am Ende lesen

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise