Weit in die Ferne

Bild von Anita Zöhrer
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Schwer fällt ihnen der Abschied, doch an der Zeit ist es für ihn, zu gehen. Noch ein letztes Mal schaukelt ihn seine Mutter umher, nicht gerne gibt sie ihn frei. Ein Windstoß trägt ihn sanft von ihr fort, weit in die Ferne treibt er ihn an unbekannte Orte.

Die Kräfte des Windes schwinden, sachte gleitet er inmitten seiner Artgenossen auf die Erde. Geschützt vor der Hitze der prahlen Sonne könnte er es nicht besser haben. Gut behütet von seiner neuen Familie wächst er heran, nie vergessen hat er jedoch auf seine Mutter.

Grüße schicken sie einander, bis sie eines Tages enden. Was passiert ist, verschweigt ihm das Säuseln des Windes, auch die Vögel des Waldes verstummen auf diese Frage hin. Erst eine Blattlaus kann der Versuchung nicht widerstehen, ihm die Wahrheit zu sagen.

Kraftvoll leuchten seine weißen Blüten im Schein des Tages, niemand merkt ihm seine Traurigkeit an. Gefällt hat ein Bauer seine Mutter und Brennholz aus ihr gemacht. Zu edleren Dingen wie Möbel oder andere Kunstwerke wäre sie bestimmt gewesen, dennoch ist der Baum stolz auf sie. Wie ihm als kleinen Samen wird sie den Menschen ihre Wärme spenden und schon im nächsten Jahr wird es ihn ebenso treffen.

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