Südafrika? Ja, Südafrika - der etwas andere Reisebericht

von Diana Schneider
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Vorgeschichte
Die Frage, die unsere Familie (= Papa, Mama, zwei Jungs: 16 und 20 Jahre) umtrieb war, wo sollten wir dieses Jahr unseren großen Sommerurlaub verbringen? Die Entscheidung fiel auf Südafrika, obwohl unser Familienoberhaupt nicht ganz so begeistert war, wegen der Gefahr und Gewalt, von der man in Medien und TV schon gehört und gesehen hat. Ach so: Familienoberhaupt das bin ICH, also Mama! Na gut, nachdem verschiedene Reisekataloge gewälzt waren, bin ich guten Mutes ins Reisebüro. Dort saß ein Kunde und hat mit einem Stapel voll Geldscheinen!! einen Flug nach --- Johannesburg bezahlt. So ein lustiger Zufall. Der nette Mann erklärte mir dann, nachdem wir ins Gespräch gekommen waren, dass er dort wohnt und wenn er seinen Sohn in einem anderen Stadtteil von Johannesburg besuchen geht, immer eine PISTOLE!! dabei hat....... Wo war die Ausgangstür?? Gut, Herr B. vom Reisebüro, der selbst schon dort war, meinte, wenn man vorsichtig wäre und nachts nicht draußen, dann sei Südafrika toll. Schlußendlich habe ich eine Mietwagentour gebucht: die Unterkünfte waren schon im voraus reserviert und die Wegbeschreibung bekamen wir in einem DINA 5 Ringbuch dazu. Perfekt, oder? 
Startschwierigkeiten
In Johannesburg angekommen, sollten wir laut Reisebeschreibung am Flughafen von einem Mitarbeiter empfangen werden, der uns dann weiterhelfen würde (Mietwagen, etc.) ...... Da war aber niemand! Viel Schilder und Tafeln, die in der Ankunftshalle hochgehalten wurden, aber unser Name stand auf keienm. Einige Telefonate später, auf englisch am Informationsschalter -"Kinderspiel"-, konnten wir dank des freundlichen Mitarbeiters unseren Mietwagen in Empfang nehmen.Gepäck verstaut und ab geht´s durch Johannesburg zum Hotel. Von wegen: Linksverkehr -war klar - und im Auto auch noch alles verkehrt herum! Der "beste Ehemann von allen" hatte "leichte" Schwierigkeiten, sowohl mit dem Autofahren, als auch mit dem Linksverkehr. Besonders beim Abbiegen musste ich als Beifahrerein oft "links!" schreien! Ich kann nur sagen: unsere Schutzengel hatten echt viel zu tun, und nicht nur an diesem Tag. Die Verwirrung, dass alles auf der "falschen" Seite war, auch im Auto, zog sich durch die gesamte dreiwöchige Tour! Blinken und Scheibenwischer betätigen - das waren die Herausforderungen im Auto. 
Stadtrundfahrt
Mir war klar, dass wir den angefangenen Tag nach dem Nachtflug noch irgendwie hinter uns bringen mussten, bevor wir abends im Hotel endlich schlafen konnten. Und weil alle geraten hatten in Johannesburg nur das nötigste zu unternehmen und schnell wieder aus der Stadt raus, hatte ich im voraus schon eine Stadtrundfahrt dazu gebucht. Wir wurden von eienm netten, dunkelhäutigen Südafrikaner abgeholt, der uns durch verschiedene Stadtteile fuhr und uns viel erklärte. Es war aber ein beklemmendes Gefühl, Elektrozäune, Stacheldraht und Kameras an Gebäuden zu sehen, die weisen Einwohnern gehörten. Und es gab auch Stadtteile, bei denen ich froh war, nicht aus dem Auto steigen zu müssen. Leider! Viele Informationen im Zusammenhang mit der Apartheid haben uns betroffen gemacht, besonders, wenn man sie von einem dunkelhäutigen Südafrikaner erhält, der uns seine Stadt zeigt. Uns Weisen - irgendwie habe ich mich damals geschämt!
Los gehts zum Krüger Park - der Anfang
Nach einem super guten Frühstück im Hotel, wollten wir geradewegs aus Johannesburg raus. Wir hatten schließlich die Wegbeschreibung, kann ja nichts schiefgehen. Na ja - wir hätten auch etwas früher aufstehen und losfahren können. Laut Beschreibung hätten wir die Stadt auf mehreren Roads und Highways in einer vielleicht dreiviertel Stunde hinter uns gelassen. Aber wir haben uns heillos verfahren! Dazu kam noch, dass alle Berufstätigen von Johannesburg in ihre wohlverdiente Mittahspause fuhren? Oder wie erklärt man sich dann, dass wir von einem Stau in den nächsten fuhren? Na - Großstadt eben! nach einer gefühlten Ewigkeit und dank meiner "Pfad-Finder"-, bzw. "Stadtplan-lesen-können"-Fähigkeit: endlich draußen auf dem richtigen Weg. (Tja ein guter Beifahrer ist halt Gold wert!) Der führte uns noch zum Blyde River Canyon, den man auf dem Weg zum Krüger N.P. gesehen haben sollte. Da wir leider nicht mehr so viel Zeit hatten, wir wollten nicht bei Dunkelheit im Krüger ankommen (man soll ja nachts nicht mehr herumfahren!?), konnten wir nur den Anfang des Canyons bestaunen. Der spektakuläre Teil entging uns dadurch - wie ich anhand der tollen Bilder im Reiseführer sehen konnte. 
Los gehts zum Krüger Park - das Ende
Wir folgten also zügig der Routenbeschreibung, die uns zum Paul Kruger Gate führen sollte. Es wurde dunkel------, es wurde Nacht! Und da ich unsere Reisen immer gründlich vorbereite, wusste ich auch, dass dieses Gate abends geschlossen wird. Wer zu spät ankommt, muss mit einem Begleitfahrzeug zu seiner Lodge "eskortiert" werden, zur eigenen Sicherheit. Und das kostet 200 Rand. Das war soweit in Ordnung. Aber was gar nicht gut war für meine Nerven: die Ranger am Gate konnten uns auf keiner Liste finden.... wir hatten keine Unterkunft?? Nach unzähligen Telefonaten mit den Lodges im Park auf englisch, nach mehrfacher Beteuerung,dass es aber auf unserem Voucher stehen würde, nachdem unserer Jungs auch eine halbe Ewigkeit mit den Rangern diskutierten (aber nur, weil Mama schon leicht hysterisch wirkte), ...............Umsonst! Obwohl mich der Rest der Familie zu beruhigen bersuchte, war ich einem Nervenzusammenbruch nahe! Ich sah uns schon die Nacht im Auto verbringen und die Safari am nächsten Tag im Krüger nicht machen können, weil wir uns erst noch um eine Unterkunft zu kümmenr hätten. Ich hatte Bauchweh: es ist schon dunkel und es soll doch gefährlich sein nachts herumzufahren - oder galt dies nur für Johannesburg? Bis einer, der von mir leicht genervten Ranger, den Voucher nochmal ganz genau anschaute, danach nochmal die angegebene Unterkunft laut Wegbeschreibung und nüchtern feststellte, dass die beiden nicht übereinstimmten. WAS??? Der Reiseveranstalter hatte einen Fehler gemacht und irgendwie hatte ich das nicht bemerkt. ("Mensch Mama!!") Wir waren am falschen Gate! Wer lesen kann, ist im Vorteil - das gilt auch in Südafrika. Wo war mein persönliches, für mich reserviertes Mauseloch zum Verkriechen? ("Warum müssen Frauen gleich hysterisch werden?" O.-Ton meiner Jungs!) Wir machten uns also auf den halbstündigen Weg zum Numbi Gate, das etwas außerhalb des Nationalparks lag. Während dieser Fahrt wurde auch sofort klar, warum es besser ist, nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr mit einem Auto unterwegs zu sein. Erstens laufen die Menschen auf der Straße, weil es keinen Gehweg gibt,

Palmen im Schnee! Das mussten sogar die einheimischen Südafrikaner fotogafieren: Schnee im Golden Gate Highland N.P.

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