Winter ade

von Annelie Kelch
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Die tristen Wintertage sind beinah' vorüber;
das Grand Hotel empfängt die ersten Frühlingsgäste.
Manch alter Baum reckt hoffnungsfroh die Äste:
War dieser Himmel über mir nicht gestern trüber?

Paar Sonnenstrahlen spielen in der Stadt Verstecken,
die neue Frühjahrskollektion ist hinter Scheiben ausgestellt.
Uralte Hausfassaden sind verärgert über Winterflecken,
ein Ausflügler hat im Caféhaus seine Zech geprellt.

Man möchte auf den großen Plätzen mit den Tauben sprechen
und fragen, ob sie schon den Winter in den Flügeln spürn.
Ein Casanova nimmt sich vor, das letzte Herz zu brechen,
der Lenz indes öffnet im Hinterhof die Gartentür.

Mein liebes Lieb' schäumt über vor Entzücken
und seine grauen Haare kümmern ihn nicht mehr.
Freu dich mit uns und nimm das Leben nicht so schwer:
Die Pracht des Frühlings wird auch dich beglücken.

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Kommentare

02. Mär 2017

Gestern war 's hier etwas schöner als heute, Marie. Aber heute muss ich unbedingt raus, damit ich nicht einroste und kann leider nicht alles lesen, was ich mir vorgenommen habe. Aber man findet in der Stadt und in der Natur ja auch Anregungen zum Schreiben, wenn man die Augen offen hält.

Liebe Grüße
Annelie