dem vater unserer mutter

von Manfred Peringer
Mitglied

wenn er uns anschaute sich mit dem handrücken den schweiß
von der stirn wischte stahl sich ein leises lächeln ins zerfurchte
mehr an gefühlen gab es nicht in seiner welt aus kohle und staub

wenn wir aus den betten schlüpften war er längst die jacke über
die schulter geworfen unterwegs zum lagerhaus hörten wir er
pfeifend das grauen des morgens aus den büschen vertrieb

einmal nachmittags besuchten wir ihn an seinem arbeitsplatz
er schaufelte schwarzes gold auf einen anhänger war als mittler
zwischen halde und ofen der rußige herr über licht und schatten

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Kommentare

03. Apr 2019

Da hast Du dem Vater Eurer Mutter ein wunderbares Denkmal gesetzt, lieber Manfred.
Gefällt mir sehr gut! :)

Liebe Grüße
Ella

04. Apr 2019

Hallo Ella,
danke fürs positive Feedback.
Die Nachkriegszeit war hart und wir waren froh zusammen mit unserer Mutter beim Großvater wohnen zu können bis unser Vater eine eigene Bleibe für die Familie geschaffen hatte. Auch als schweigsamer Mann, war er ein starker Rückhalt für seine große Familie.
LG
Manfred