Vorübergehend

von marie mehrfeld
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Ihr Gewitterwolken; schwarz dräuend
ballt ihr euch kopfwärts im verwirrten
Traum, furioses Donnergetöse grollend

schwebend über vertrockneten Wäldern
und monotonen grellgelben Rapsfeldern,
die Horizonte begrenzen; einschläfernde

Chorgesänge ferner Kindheitstage sind im
Flüstern erloschen, meine Ohren zischen
im Takt der immer näher einschlagenden

Blitze; wie betäubt fall ich ins bodenlose
Nichts; nie mehr Hand in Hand mit euch
wandern, nie mehr das Morgenlicht selig

summend aus dem frühen Tau schöpfen,
der Korb ist nun leer, leer, rufe ich - und
wache auf; und du füllst meine Angst mit

dem herben Duft des frisch geschnittenen
Grases und besänftigst mein banges Herz
vorübergehend mit streichelnder Stimme.

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92 Seiten / Taschenbuch
EUR 9,50

Interne Verweise

Kommentare

02. Mai 2019

So hangelt man sich durch das Leben -
nur träumend kann man fliegen, schweben …

LG dankend zurück - Marie

02. Mai 2019

möge aus dem "vorübergehend" ein "ewig" werden,

starke Bilder - toll!

Liebe Grüße
Angelika

02. Mai 2019

Freue mich über die „starken Bilder“, Angelika, ja, wir müssen uns mit einem „Vorübergehend“ abfinden - und den Augenblick nutzen …

LG zu Dir - Marie

02. Mai 2019

Berührend und bildmächtiges Gedicht. Ich rieche den herben Duft des Grases, höre jene Stimme, welche das bange Herz besänftigt.
Dein Schreibstil beeindruckt. Herzliche Grüsse, liebe Marie, Ingeborg

02. Mai 2019

Lieben Dank für Deine lobenden Worte zum Abend, Ingeborg, sei herzlich zurück gegrüßt -

Marie

02. Mai 2019

Nicht nur die Gewitter verändern sich --- Entgrenzung ist zu spüren allerorten
LG Yvonne

04. Mai 2019

Schwelgen tue ich in deinen Zeilen:
Möge das Schöne uns noch lange erhalten bleiben …

Viele liebe Grüße
Soléa

04. Mai 2019

Danke. Ja, unbedingt - möge es! Dir und Lupine herzliche Grüße in's sicher auch bei Euch kalte und nasse Wochenende - in dem Bewusstsein, dass wir den Regen brauchen -

Marie