Wahnsinn

von Soléa P.
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Raunend die Stimmen in seinem Kopf,
er versteht davon kein Wort –
nimmt nur angstmachende Fetzen wahr,
die permanent bedrohen –
sein Nervenkostüm nicht verschonen –
der Wahnsinn beginnt ihn allmählich zu holen.

Von dieser Welt sind seine Blicke nie –
wer hinschaut, der erstarrt auf der Stelle,
wenn man ihm in die Augen sieht –
kann man die blanke Gestörtheit erkennen.

Sein Mund, verzerrt, zum Schrei bereit,
kein Ton verlässt die Kehle.
Die Anstrengung ist anzusehen,
doch jeder Versuch bleibt vergebens.

Gefangen ist er in sich selbst,
von außen gibt's kein Durchkommen.
Der Wahn ihn fest umzingelt hält –
traumatisch, hat einst der Irrsinn begonnen.

Quelle: Zeichnung von Lupine.
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Interne Verweise

Kommentare

02. Sep 2018

Sehr stark zeigen Text und Bild,
Wie dieser Wahn ihn schwer umhüllt ...

LG Axel

03. Sep 2018

Auch die Krause hat leider einen Wahn –
Bierchen ziehen sie in den Bann …

Liebe Grüße
Soléa

02. Sep 2018

Dem eignen Wahnsinn kann man oft entkommen ...
Der Irrsinn in der Welt jedoch hat zugenommen.

Super Zeichnung, gutes Gedicht ...
mit irrsinnig viel Gewicht.

Liebe Grüße,
Annelie

03. Sep 2018

Liebe Dank, Annelie, doch „Zugenommen“ ist noch milde gesagt –
Massenwahn die Menschheit plagt …

Ich grüße dich nach Lübeck
Soléa

02. Sep 2018

Liebe Solea, besonders schlimm finde ich immer, wenn jemand nach einem traumatischen Ereignis jemand seinen "Verstand verliert", nach einem schlimmen Unfall oder nach unfreiwilligem Beteiligtsein an Anschlägen oder Kriegerischen Auseinandersetzungen, dem Tod des eigenen Kindes, oder oder. Denn das kann JEDEM zustoßen, der einst "normal" war. Und, wie du schon sagst: man ist dann so "gefangen" und keiner dringt von außen mehr durch. Höchstens ein guter Psychiater.
Schlimm, schlimm. Ich hoffe inständig dass man so armen Menschen helfen kann

lg
Anouk

03. Sep 2018

Danke für deinen treffenden Kommentar, liebe Anouk. Das sehe ich genauso
und lenkte im letzten Satz dezent in diese Richtung …

Viele liebe Grüße
Soléa

03. Sep 2018

Dein „schwer beeindruckt“, ehrt uns beide. D a n k e,
„erfrischend“ versuche ich noch unterzubringen …

Liebe Grüße
Soléa

04. Sep 2018

Tochter und Mutter danken vielmals zurück –
Komplimente sind auch ein Teil vom Glück …

Viele liebe Grüße
Soléa