Tausend Tode

von Monika Laakes
Mitglied

Und nachts
tanzen die Schatten
im Singsang
ächzender Traumgebilde.
Die stürzen und stürzen
am lichtvollen Morgen.
Wo nur hüten hoffnungsvolle
Hände pulsierendes Leben?

Taumelnde Engel fallen
über Fesseln der Macht!

Niemals mehr spendet
ihr uns an Orten
des Schreckens noch
Seligkeit im frischen
Rhythmus des Atems.
Bäume, Lebensspender,
die Gemeinschaft des Waldes,
gefällt, zersägt, getötet.

03.10.18
Zum Schicksal der Bäume im Hambacher Forst am 03.10.2018

Interne Verweise

Kommentare

03. Okt 2018

Liebe Monika
absolut wunderbar&lesenswert!!! Kommentar folgt später, bis dahin, lG, Anouk

03. Okt 2018

Einst saß der Sapiens auf dem Baum -
Doch heut beachtet er ihn kaum ...

LG Axel

03. Okt 2018

Trauer fühle ich angesichts der auf dem Foto abgelichteten Stümpfe. Du hast hoch poetische Worte gefunden, um die Bäume zu ehren, die einen so sinnlosen Tod gefunden haben. Dafür danke ich Dir, liebe Monika.

Liebe Grüße - Marie

03. Okt 2018

Irgendwann, liebe Monika, wird man den Baum – Wald – Mord noch bereuen. Hier in meinem Umfeld wird auch fleißig gefällt und wenn man nachfragt warum, sind es alle „kranke Bäume“ … kranke Bäume???

Liebe Grüße
Soléa

03. Okt 2018

Dieses blinde Zerstörungswut und die Hilflosigkeit im beschützen wollen nagt Löcher in ein Hoffen es würde sich etwas ändern... und das macht traurig.
Schöne Worte hast du gefunden!
LG Eva

03. Okt 2018

Scheiße! Der Anlass.

Sahne! Dein Gedicht und Anliegen!

Ich musste zwischen beide Ausbrüche eine Leerzeile setzen.
LG Uwe

03. Okt 2018

Ein sehr gutes Gedicht, liebe Monika. Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen.

Liebe Grüße,
Annelie

04. Okt 2018

Liebe Monika, nun finde ich etwas mehr Zeit ,um dein tolles Gedicht auf dich wirken zu lassen:
Fast schon eine Ironie, aber gestern am Feiertag war ich knapp mit der Zeit, wegen wunderarer augedehnter Waldspaziergänge mit Kind und Kegel und Hündchen.
Selbst kleine Wälder zeugen von der Zauberkraft der Natur und der Magie die von den Bäumen und dem Unterholz ausgeht .Wie man ein so großes Gebiet, noch dazu mit so viel Altbestand, wirklich ausmerzen konnte, das ist mir schleierhaft. Ein Frevel. Echt. Nicht zuletzt sägt der Mensch den Ast ab, auf dem er sitzt . Warum hat man nicht spätestens den tödlichen Sturz des Journalisten als letzte schlimme Mahnung sehen können, das Abholzen zu lassen?!

Toll, das du den Bäumen wenigstens ein Denkmal setzt. Die abgesägten Stümpfe lassen einen erschauern.

Liebe Grüße
Anouk

04. Okt 2018

Oh, wie schön,
dass im Wirrwarr
dieser Welt
uns Poesie
zusammen hält.
Ein lieber DANK geht an Euch -
Anouk, Axel, Marie, Solea, Eva, Uwe, Annelie!
Ihr habt mir Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt mit so erwärmenden Kommentaren.
Unsere Herzen brauchen die Bäume.

Möge eine gute Zeit
diesen Tag füllen.
Liebe Grüße,
Monika

Merci für alle Klicks!

04. Okt 2018

"Taumelnde Engel fallen über Fesseln der Macht" was für eine Aussage steckt in diesem Satz. Nach und nach wird dem Wald, abgesehen von der erschütternden aktuellen Problematik hier, wieder seine große, lebensspendende Bedeutung im gesamten System
zuerkannt. Klasse Gedicht, liebe Monika. HG -Ingeborg

04. Okt 2018

ja traurig, Monika.
Sagte dieser Tage zu meiner 95jährigen Mutter,daß ich der letzten Generation angehöre,
die zumindest im ländlichen Raum mit der Natur hautnah und kreatürlich verbunden war.
Geburt von Kälbchen und Ferkeln,Kartoffel lesen, Apfelernte, überwältigende Sommergewitter,
Leben uns Sterben hautnah, totale Eigenverantwortung über die Zeit zwischen
Schule bis zum Abendessen,
tägliche Abenteuer ohne Ende, trial end error . . .
ja und auch, sooo viele Bäume, die ich persönlich kannte und bekletterte.
Eltern und Kinder getrennte
Welten noch, und Muff und falsche Autoritäten . . .
werde wohl alt, haha.Kleiner Scherz.
LG
ulli

05. Okt 2018

Da freue ich mich über den anregenden geistigen Austausch. Über Lob und Geschichten. DANKE!!! An Alf, Ingeborg und Ulli.
Übrigens nimmt ein alter Baum mit ca. 800 000 Blättern täglich bis zu 24 kg Kohlendioxid CO2 auf. Zudem filtern seine Blätter Staub, Pilze und Bakterien. Da geh ich doch vor Ehrfurcht und Staunen in die Knie.

Viel Sonne und Frieden in den Tag.
LG Monika

05. Okt 2018

Dass Bäume Staub filtern, faszinierte Frau Krause!
(Drum putzt sie wieder nix bei mir im Hause …)

LG Axel