Befreit

von Robert K. Staege
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Im nächtlichen Traum entdeckte ich
ein Verließ inhaftierter Worte.

Die Schreie der Verben und das
heisere Wimmern der Substantive übertönte
die schwachen Seufzer der Konjunktionen,
viele andere Gefangene weinten still.

Ich öffnete all ihre Fesseln,
und sie folgten mir schweigend.

Erst in der Sicherheit
meines morgenwarmen Bettes
begannen sie zaghaft,
von sich zu erzählen.

Seltsamerweise
schienen sie ihre neugewonnene
Freiheit zu fürchten.

Würden ihnen
gewissenlose Menschen
wieder Gewalt antun?

Geschrieben am 4. März 2018

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