Frühling auf der Bank

von Willi Grigor
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Im Frühling ist ein Lebensdrang am Werke,
ein Überschuss an Energie und Kraft.
Natur, nach einem langen Schlaf, mit Stärke
aus Todesstarre wieder Leben schafft.

Auf einmal gibt es überall Bewegung,
aus Eis wird Wasser, das in Bächen fließt.
Die Tiere zeigen freudige Erregung,
aus Erde eine bunte Decke sprießt.

Der Frühling ist ein wahrer Lebensgarten,
für junges Leben ein perfekter Ort,
wo Vögel ihre Flugversuche starten,
und wenn sie´s können wieder fliegen fort.

"Doch muss man auch das Negative sagen",
sagen drei Rentner, sich sonnend auf der Bank:

"Stechmückenzeit, ein Elend für viele,
Biber am Teich die Bäume zernagen,
Jungen im Streich durch Dorfstraßen jagen,
Mädchen im Trend zu Luftiges tragen,
Kinder wie wild laut schreien, sich schlagen...

Sie sind heute anders, die Jungfrühling-Spiele.
Sie liegen woanders, des Frühjahres Ziele.

Doch sind wir ja Rentner, von Warmluft umschwärmt,
vielleicht etwas älter, doch fast gar nicht krank.
Weil der Frühling uns stärkt und freundlich erwärmt,
fühl´n wir uns wohl auf der sonnigen Bank."

© Willi Grigor (Schweden), 2016
Jahreszeiten

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