Inseltage im Frühling ...

von Annelie Kelch
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Steilküste,
Das schroffe Kliff …
Und wie im Kindertraum
Findest du deine kleine Schwester:
Die verlassene Muschel,
Sand im offenen Aug …

Gegenwart pur –
Im spröden Licht der Binsen,
Ungeschönt – die raue Sprache.
Zur Schnecke gemacht hat sich
Die Zeit, trägt ihre eigene Insel
Auf dem Rücken durchs Watt.

Wind –,
Aus dem Schattenreich der
Jahrhunderte, pfeift aus den Ohren
Dir jeden Stöpsel. Wie sehr dich das
Überfordert: sich einzulassen auf
Den Beat der Insel:

Rauschen – das immerwährende Lamento
Der Wellen. Aus der kühlen Flut heftiger
Flügelschläge löst sich die Möwenfeder
Dem schweigenden Sand entgegen – und
Schiffssirenen von fernher und ferner aus
Den Nebeln geisternden Schlafs.

Nie mit den Furien!: Das schwere Gepäck
Quälender Rachegelüste auf halbem Weg
Vom Herz ins sondierende Hirn verfrachten
Und (vielleicht schon barfuß ...) an den Strand,
Zu loben den Himmel, schwerelos, über der Ebbe.

Treibholz und Tiefe …
Vom Liegestuhl ausgelotet, und nur noch
Einmal mit dem Boot ins Offene und zurück …
Dann sich ins Meer der Arbeit stürzen, bis der
Schmerz verklingt und sich die Schleusen
Schließen unter der Mondmuschel.

Vorfrühling an der Trave, Copyright: anne li
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Interne Verweise

Kommentare

10. Mär 2019

Gerührt hat mich, dass Dich berührte,
was ich heut Nacht geschrieben und
zu End gebracht.

Liebe Sonntagsgrüße,
Annelie

10. Mär 2019

Wenn auf der Insel Stunden sich zur Schnecke machen,
dann hat das Heer der Möwen viel zu lachen.

Liebe Sonntagsgrüße,
Annelie

10. Mär 2019

„Nur noch einmal mit dem Boot aus dem Schattenreich mit dem Boot ins Offene zurück“, nicht nur diese Wunschworte berühren mich, sondern das ganze Gedicht, wie immer mit Sehnsucht verbunden, danke, ein schönes Sonntagsgeschenk, liebe Annelie …

herzliche Grüße zu Dir - Marie

10. Mär 2019

Dank Dir, Marie, gern machte ich Dir dies Geschenk ...
vermutlich, weil ich oftmals an Dich denk.
Ich wünsch Dir einen Sonntag ohne Fasten:
Hau tüchtig rein ... vergiss die religiösen alten Lasten.

Liebe Sonntagsgrüße,
Annelie

10. Mär 2019

Spröder Charme, melancholisch, sehnsuchtsvoll die Stimmung , sich nähernd und auch entziehend und doch immer tiefgründig und bildmächtig, so nehme ich die Atmosphäre Deines Gedichtes, vordergründig über Meer, Wind und Insel, wahr; " Die Zeit trägt ihre eigene Insel (...) , faszinierende Aussage. Sei herzlichst gegrüßt, liebe Annelie, von Ingeborg

11. Mär 2019

Liebe Ingeborg ... Du hast mich gut verstanden ...
Auf einer Insel, so kam und kommt es mir oft vor, scheint die Zeit
manchmal stillzustehen, geht sie langsamer voran, weil weniger
in Hast, Eile, Stress dort geschieht. Das liegt auch an dem
Menschenschlag, der dort lebt. Ich weiß nicht, wie lange ich auf
einer Insel leben könnte ... Vielleicht gar bis ans Lebensende;
denn es wird dort ja auch nie langweilig ... Das Meer weiß
eine ganze Menge zu sagen. Lieben Dank für Deinen Kommentar,
der lieb, prosaisch und - wie immer - sehr intelligent war.

Herzliche Grüße schick ich auch an Dich zurück
und wünsch Dir einen Restsonntag im Glück,
Annelie

11. Mär 2019

Dein Inselfrühling hat schöne Tage –
Diese Behauptung ich ohne Zweifel wage.

Liebe Montagsgrüße nach Lübeck
Soléa

11. Mär 2019

Dank, Dir, Soléa, warst gewiss schon oft auf einer Insel ...
Und hast geknipst, was dort geschah, derweil Lupine
hat gezückt den Blei und manchmal auch den Pinsel.
Ich dank Dir auch für diesen Kommentar,
der gut und ohne jeden Zweifel war.

Liebe Montagsgrüße nach Frankreich,
Annelie

11. Mär 2019

Und wenn der Himmel einzustürzen droht,
Und mich die Zeit mit Folter quält,
Such' ich den Platz in mir, der mich verschont,
Die Insel, auf der Zeit nicht zählt.

Liebe Annelie, wie Du siehst, sind Deine wunderbaren Zeilen sehr inspirierend, denn sie öffnen bildgewaltig die Schleusen der Phantasie und lassen für einen Augenblick die Zeit vergessen. Beglückend! :)

Ganz liebe Grüße
Ella

11. Mär 2019

Wunderbar, liebe Ella. Das ist einer der schönsten Kommentare, die ich je erhalten habe. Ich freue mich sehr, dass meine Verse Dich zu dieser schönen Dichtung angeregt haben, der Du, bitte, noch ein paar Verse hinzufügen solltest - darauf wäre ich sehr gespannt und würde mich auch darüber freuen.

Auch zu Dir ganz liebe Grüße,
Annelie

11. Mär 2019

Oh, vielen Dank, liebe Annelie.
Den Gefallen tue ich Dir gene:). Ich hoffe, ich enttäusche Dich nicht.

Bis gleich
liebe Grüße
Ella

11. Mär 2019

Für Dich, liebe Annelie! :)

Wind der Poesie

Und wenn der Himmel einzustürzen droht,
Und mich die Zeit mit Folter quält,
Such' ich den Platz in mir, der mich verschont,
Die Insel, auf der Zeit nicht zählt.

Dann öffne ich die Pforten meiner Seele,
Lasse den Wind der Poesie gewähren,
Verschmelze mit dem Duft der lyrisch' Sphäre,
Darin Sekunden -süß- wie Ewigkeiten zählen.

Ich hoffe, es gefällt Dir, liebe Annelie, denn es ist nur für Dich. :)

Dankeschön für die Inspiration und
ganz liebe Grüße in Deinen Montag
Ella

20. Mär 2019

Liebe Ella, entschuldige bitte, wenn ich mich erst jetzt melde. Ich erkläre euch alles, sobald ich hier weggezogen bin. Das wird bis zum 01. September geschehen. Es geht mir schon wieder viel, viel besser, nur mit meinem Internet stimmt irgendwas nicht. Aus diesem Grunde habe ich in letzter Zeit euch nicht kommentieren können, war aber fleißig im Schreiben und Malen und Lesen. Ihr würdet das vollkommen verstehen, wenn ihr wüsstet, was ich hier für Schwierigkeiten hatte und habe. Man muss in einem guten Haus wohnen, wo Menschen sich beschäftigen können, malen, schreiben oder ganz einfach für die Rente arbeiten; dann kann man weitestgehend ungestört lesen, lernen, schreiben ... Dein Gedicht hat mich schlicht umgehauen ... So toll ist es geworden, Ella. Wenn Du so weitermachst, wirst Du eine großartige Dichterin, deren Leserin ich gewiss immer sein werde. Soviel für heute, mein liebes Ellalein. Ich danke Dir noch einmal ganz herzlich.

Liebe Grüße und ein Küsschen zu Dir,
Annelie

20. Mär 2019

Kein Problem, liebe Annelie. Alles ist gut. :))
Ich hoffe, dass Du das auch bald wieder sagen kannst, dass der ganze Ärger, den Du zur Zeit hast, endlich ein Ende findet und dass das Leben wieder in angenehmen -nein- besser noch- in fantastischen, glückseligen Bahnen verläuft.
Ich freue mich sehr, dass Dir das kleine Gedichten gefällt, bedanke mich, innerlich lächelnd, für die ganz liebe Rückmeldung und wünsche Dir alles Liebe. :)

Herzliche Grüße samt Küßchen
Ella

13. Mär 2019

Halo Annelie,
hat mich der Rückblick der beiden Anfangsstrophen an Kinderzeiten am Meer schon tief berührt, so hat mich "der Beat der Insel" geradezu aufgerüttelt. :)
Ich könnte mir hier gut auch zwei eigene Gedichte vorstellen.
LG
Manfred

15. Mär 2019

Danke, lieber Manfred, freut mich, dass Dir mein Gedicht gefallen hat. Ich weiß ja nicht, ob Beat und Rock ein und dasselbe sind, aber ich weiß, dass Du ein eingefleischter Rocker bist. Danke für Deinen Vorschlag. Ich will gleich sehen, wie Du das gemeint hast. noch einmal nachlesen, ob auch zwei Gedichte hätten entstehen können. - Sie bitte nicht bös, dass ich in letzter Zeit nicht online war, aber ich musste dringend anderen Schreibkram nachholen, und vorgestern bin ich dann auch noch auf dem blanken Laminat mit ungünstigen Schuhen ausgerutscht und habe mir dabei, außer diversen Prellungen, auch noch ein Veilchen unter dem rechten Auge geholt, weil gegen das Tischbein geknallt. Dies scheint nicht mein Jahr zu sein, und dabei will ich doch bald umziehen. Aber schlimmer kann es jetzt - nach meiner Schulterprellung Ende Januar - wirklich nicht kommen.

LG Annelie

15. Mär 2019

Gute Besserung natürlich auch von mir!
(Frau Krause war das aber nicht bei Dir ...)

LG Axel

15. Mär 2019

Hallo Annelie,
das Leben besteht ja nicht nur aus Schreiben und gerade im Frühjahr drängt es viele von uns wieder zu mehr körperlichen Aktivität.
Ich hoffe, Du bist bald wieder "auf den Beinen" und kannst deine Dir gesetzten Ziele erreichen. :)
Was Beat und Rock angeht, gibt es in jedem Genre gute und weniger gute Musik. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden, so bleibt die Vielfalt an Songs erhalten.
Danke fürs Feedback und LG
Manfred

20. Mär 2019

( : - )). Danke, lieber Manfred. Tob Dich nur ordentlich aus im Frühjahr. Das Veilchen ist fast weg, obwohl es doch grad jetzt blühen sollte.

LG Annelie

17. Mär 2019

Natürlich, liebe Annelie, berührt Dein Gedicht- wie stets - denn Du gibst mir die Chance, in Deine außergewöhnliche Welt eintauchen zu dürfen. Und irgendetwas fängt mich immer ein. So empfindungsstark offenbarst Du Deine Sehnsucht, die sich leicht überträgt:
>Und (vielleicht schon barfuß...) an den Strand.
Zu loben den Himmel schwerelos, über der Ebbe.<
In jeder Deiner Strophen finde ich SIE,
Deine fesselnde Phantasie. Dafür MERCI...
Nun gehen gute Genesungswünsche an Dich, liebe Annelie :-)
LG Monika

20. Mär 2019

Lieb Monika, ich dank Dir sehr für Deine Worte, die mich loben
und hoffe sehr, Du kannst bald mit Khalessi in den Frühling toben,
obwohl noch Winter ist und kalter Regen prasselt wie die Pest,
feiert ihr beide bald ein sehr vergnüglich Osterfest.
Ich freu mich sehr, dass mein Gedicht Dir gut gefällt.
Ein liebes Wort ist wohl auch zum gesunden wohl
das Beste auf der Welt.

Ganz liebe Grüße gehen an euch beide ...
und dass ihr bald den Frühling tanken könnt -
im Wald und auf der lichten Weide,

Annelie

17. Mär 2019

Auch von mir, liebe Annelie:
Gute Besserung,
Möge das Pech spurlos verdampfen
Das Glück in großen Schritten zu Dir stampfen. :)

Alles Liebe
Ella

20. Mär 2019

Liebes Ellalein, auch Dir dank ich von ganzem Herzen,
ein wenig besser sind darob schon alle Schmerzen.
Das Glück erwart ich nun als stampfend Elefant
oder als Wildsau - und die frisst mir aus der Hand. ( :-))

Ganz liebe Grüße zu Dir,
Annelie

22. Mär 2019

Möwenfelder
Sirenen des Strands
Zum Rauschen
in Furienweite
erklingt hier
ein Lockruf
eingelassen in
die ausgelotete
Offenheit
sehnsüchtiger
Tiefenstrukturen
kommender
Warmwetterwindwogen...

Ach, so tiefsinnig wie schön, Annelie...

LG Yvonne