Bei Tagesanbruch

von Robert K. Staege
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Wer bringt beim ersten, hellen Schimmer
mich aus geheimer Wunderwelt,
wo Engel sich zu mir gesellt?
Es webt mich ein des Traumes Flimmer,

die Stunden wollen mir verschwimmen.
Noch klingt so süß der Engel Chor
wie blütenvoller Gartenflor;
ich lausch‘ verzaubert ihren Stimmen.

Wie Zauberglanz aus weiter Ferne
dringt mild, wie Licht aus tiefem Meer,
wie von Saphiren, zu mir her
das Strahlen zweier Augensterne.

Da weicht von mir dies nächtlich‘ Bangen,
als ob der Himmel offen wär‘.
Der Nebel flieht, und nicht mehr schwer
ist, was den Geist hielt fest umfangen.

Nun wieder sich die Formen fügen,
mein Aug‘ erschaut Dein Angesicht,
die Welt wird wieder klar und licht, -
vergangen ist der Träume Trügen.

Dein Lächeln zieht mich süß nach oben.
ich bin durch Deiner Liebe Macht,
bis wieder bindet mich die Nacht,
des falschen Blendwerks still enthoben.

Geschrieben am 10. Mai 2018 (Christi Himmelfahrt) in Schlangenbad.

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