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Ich der Hocke (nicht nur Satire)

Bild von maruschka
Bibliothek

Eins weiß ich genau, bin eine Frau, oft viel zu schwach und dennoch hellwach, nicht mehr sehr jung, dennoch voll Schwung, bin auch bequem, trau nur, schau wem, mein Ohr ist offen, das Wesen betroffen, muss viel mehr schreiben, an Dingen mich reiben, das nimmt mich gefangen, was kann ich verlangen, was will ich ausrichten mit meinen Geschichten; in dieser Welt dreht sich’s nur noch ums Geld,

ist nicht mehr viel Gefühl hier im Spiel, Hauptsache ist - der Mammon fließt, zu viel Lug und Betrug, wohin geht nur der Zug der Unendlichkeit in der rasenden Zeit; auch ich sitz darin, genau wie ich bin, nicht erster Klasse, gehöre zur Masse, nicht Luxus pur, nein, stehend nur, Natur liegt im Sterben zu Lasten der Erben, will euch was fragen, könnt ihr mir's sagen, wie ist’s um die Welt in zehn Jahren bestellt,

wenn wir so aasen über die Maßen; das Saudi Arabien will Panzer habien, wir liefern sie ihnen mit frohen Mienen, denn Waffenexport schafft Arbeit vor Ort, dafür schicken sie uns, was will man mehr, zig-tausende Hassprediger her, das ist der Wandel der faire Handel, der gute Deal hat schlechten Stil, dauert nicht lang bis zum Weltuntergang; das ist Geschwätz, hör auf damit jetzt, sei lieber heiter, das bringt dich weiter:

die dreckige Socke, ich in der Hocke, der Mast der Laterne, was hab ich ihn gerne, der Stein im Regal ist fundamental, die Milch in der Tüte, verblichene Hüte, abends die Lust und morgens der Frust, die Eile mit Weile, zwei Stunden die Meile, die Väter, die Kinder, zu viele Rinder, das schwarze Schaf war niemals brav, der Füller mit Tinte ist auch nur ne Finte, die Schüler vor Jahren, wie lieb die mal waren,

der Nebel am Morgen, die ewigen Sorgen, das Chaos im Keller, das Netz immer schneller, nahöstliche Luft, ein Muezzin ruft, ich lass’ mich nur locken von Kirchenglocken, das öde Schlafzimmer ist ungeheizt immer, werd’ jetzt versuchen ganz ohne zu fluchen die Gosch zu halten und abzuschalten, nichts mehr zu tun außer zu ruh’n, drehe mich um und bleibe stumm, das Tagwerk vollbracht, auch euch gute Nacht.

Interne Verweise

Kommentare

10. Okt 2019

Gute Nacht! Und aus das Licht -
Gut und witzig war's Gedicht!

LG Axel

11. Okt 2019

Axel, Du KÖNNER als Humorist -
Dein Lob mir besonders wichtig ist ...

LG Marie

11. Okt 2019

Halte deine Gedanken nicht an,
lass sie laufen bis irgendwann
NEUES DENKEN
sich einstellen kann.
Gott zum Gruße -
Denken braucht Muße.
Danke für dein tolles Gedicht!
HG Olaf

12. Okt 2019

Gut gereimt, danke, Olaf, neues Denken suche ich immer, bin nur zur Zeit etwas gebremst ...

HG zurück -Marie

11. Okt 2019

Gute Nacht! Und danke für dein gelungenes und menschliches Gedicht.

Herzliche Grüße
Soléa

12. Okt 2019

Danke Dir für Deinen freundlichen Kommentar
und grüße Dich herzlich zurück, liebe Soléa!

Marie

14. Okt 2019

Hallo Marie,
dein Text spricht mir aus der gefrusteten Seele, wenn ich das Treiben unserer ach so laschen Politiker betrachte.
Sie kuschen und huschen, um es ihren vermeintlichen Wählern Recht zu machen, dabei sind sie nur Handlanger des unaufhaltsamen Untergangs.
Gut oder besser nicht, dass uns das Leben manchmal ganz unmittelbar fordert, sodass wir uns von ihrem Treiben abwenden können bzw. müssen.
Ich wünsche Dir Kraft und hin und wieder Zeit ein paar Zeilen mit uns zu teilen.
LG
Manfred

14. Okt 2019

Ja, „sie“ sind, aber auch „wie sind“ Handlanger des unaufhaltsamen Untergangs, damit sprichst auch Du mir aus der Seele; wenn man sich um einen lieben Menschen sorgt und kümmert, der schwer krank ist, dann liest man dennoch interessiert, was alle so schreiben und setzt ein Like, wenn es passt, bei Dir immer, aber es fehlt die Energie, sich schriftlich darauf einzulassen …
Danke für Deine Worte, lieber Manfred!

LG Marie