spüre ich Frieden und Ruhe

von Marie Mehrfeld
Mitglied

ich frage mich nicht, was gestern war, auch
vorgestern zählt nicht mehr, denn heute ist
Seuche, die uns anspringt, die Welt bedeckt

mit ihrem Jammertuch der Angst und uns in
die Vereinzelungen zwingt; mein Schiff, es
schlingert auf hoher See, ich bedecke meine

Haut mit dem eisig kalten Schnee, der meine
Seele kühlt in den Unruheträumen meiner zu
kurzen schlaflosen Nächte; wo ist Er, der auf

dem Wasser lief und den Sturm stillte; doch
wenn ich aus dem Fenster schaue in die sich
leise wiegenden Wipfel der hohen Bäume des

Bergparks, spüre ich Frieden und Ruhe; alle
Himmel unschuldig blau, vereinzelte Lämmer
Wölkchen ziehen friedlich ihre Bahnen über

mein Haus und in meinem Garten wächst und
grünt und blüht es so üppig wie nie; die Vögel
zwitschern lauter denn je und Fauna und Flora

atmen auf; es trifft nur uns Menschen; ist das
nicht auch gerecht, nach allem, was wir dieser
Natur angetan haben in der vergangenen Zeit?

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Interne Verweise

Kommentare

12. Apr 2020

Ich fürchte, es scheint kaum gerecht:
Denn es geht grad jenen schlecht,
Die zuvor schon - schwer beladen -
Machten selten großen Schaden ...
(Dennoch: Dein Gedicht gefällt -
Ein feiner Blick auf diese Welt ...)

Frohe Ostern und LG, Axel

13. Apr 2020

Danke, lieber Axel; frohe Ostermontagsgrüße zurück zu Dir. NEIN, gerecht ist es nicht. Wirkliche Gerechtigkeit gibt es auch nicht, wie wir alle wissen. Die Seuche ist EXTREM ungerecht. Sie trifft die Schwachen, Kranken, Alten und vor allem die Armen. Wir werden das mithilfe von Disziplin und Wohlstand schon irgendwie „wuppen“ und auch wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen. Aber wie ist das mit so vielen anderen Ländern … wo Menschen in den Riesenstädten zusammen gepfercht leben in sowieso großer Armut – die nicht über ein so hoch entwickeltes Gesundheitssystem verfügen wie wir? Wie mit den Hunderttausenden in den Flüchtlingslagern dieser Welt? Sie sind ausgeliefert und werden der Pandemie massenweise erliegen. Das mit der Natur ist aber ein wichtiger Aspekt, denn wir dürfen wegen Corona nicht die viel größere Bedrohung durch die Klimakatastrophe vergessen. Das konnte ich Dir jetzt nur so und nicht in neckische Verse verpackt schicken.

LG Marie