Altes und Neues

von Jürgen Wagner
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Alter Wein in alte Schläuche
das ist bewährt
und ganz solide
Das hat auf lange Zeit Bestand

Neuer Wein in alte Schläuche
das hat was Frisches
und was Anderes
Das ist jedoch ziemlich riskant

Neuer Wein in neue Schläuche
Das gab's noch nie
Da könnte ja jeder kommen
Das ist ja wahrlich allerhand

2016 - Zu Markus 2/22 ‚Niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche, sonst zerreißt der Wein die Schläuche, und der Wein ist verloren und die Schläuche auch; sondern man soll neuen Wein in neue Schläuche füllen.’ In der Antike füllte man Wein zum Transport in lederne Schläuche. Diese verloren mit der Zeit ihre Dehnfähigkeit. Wenn man neuen Wein hineintat, dann lief man Gefahr, dass durch den Druck, der durch die Gärung entsteht, die Schläuche gesprengt würden. Deshalb kam neuer Wein am besten in neue Schläuche.

C Natalia Bratslavsky/fotolia
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Kommentare

14. Mai 2016

Alter Wein in neue Schläuche
Gipfel der Unverschämtheit
Rentner müssen sich begnügen
weniger reicht dicke

15. Mai 2016

Es geht eigentlich um Reformation: wie ist es möglich, dass eine gesetzlich und hart gewordene Tradition wieder lebendig wird? Nicht dadurch, meint Jesus, dass man nur die Fassade, die Form aufpoliert, sondern dadurch, dass neue, frische Impulse einfließen. Irgendwann wird auch der alte Wein sauer, spätestens dann sollte er durch neuen Wein ersetzt werden. Da die Religion von ihrem Wesen her auf Traditionstreue fußt, tut sie sich bis heute - auch bei uns schwer - die nötigen Reformen einzuleiten und wirklich in ihrer Zeit zu sein. LG! Jürgen