Gedanken sind Gäste

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(Ein Anflug)

Gedanken sind Gäste
im wilden Geäst.
Sie sollen das Beste
bekommen, ein Nest.

Ich will sie ernähren
mit Buchstabenbrei,
dass sie sich vermehren.
Dann lass ich sie frei.

Sie werden mich wieder
besuchen schon bald
und bringen mir Lieder,
die fest ich dann halt.

Und wenn sie erscheinen
mit hässlichem Krach,
verscheuch ich die Kleinen
vom Kopf, der mein Dach.

(Ein Anschlag)

Gedanken sind Gäste.
Ich halte sie fest.
Schon bald wird das Beste
aus ihnen gepresst.

Ich will sie beschweren
mit Buchstabenblei,
dass sie sich nicht wehren,
nur leeren dabei.

Sie werden mit Liedern,
in denen es knallt,
mein Sinnen erwidern
im Haus der Gewalt.

Und wenn sie's verneinen,
stattdessen nur flach
den Hörern erscheinen,
bin ich halt zu schwach.

Rezitation:

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