Und erinnere dich bitte, bitte nicht …

von Soléa P.
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Erinnerung verharre, verflüchtige dich
und lausche ein letztes Mal dem Wind,
wie er durch die Bäume wispert –
für sich alleine summt und singt,
säuselt vom Elend ein trauriges Lied
das, bis ins Mark, in die Beine zieht,
geschlossen stellen sich die Haare,
stehen kampferprobt, wie die Soldaten,
die Angst und Teufel schon so oft sahen,
mutig, pflichtbewusst, ja, fast hochtrabend,
doch haben ihren Meister letztendlich gefunden,
den sie blauäugig vor Augen gehabt –
er hat sie, ohne zu zögern, geschnappt,
gierig, gefräßig, heruntergeschluckt,
nie wieder einen einzigen ausgespuckt,
wie alles, was ihm in die Quere kommt,
reißt und zerrt er ins sichere Verderben,
schafft immer mehr verdammte Erben,
die sich ihm tapfer – naiv – entgegenstellen,
auch sie werden chancenlos um ihr Leben rennen,
im steten Kreislauf des Unabdingbaren
zahlt alles Lebendige seinen Preis –
diese gnadenlose Endlichkeit …
Herz erstarre, verflüchtige dich
und erinnere dich bitte, bitte an nichts …

© Soléa P.
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Kommentare

18. Mai 2019

… und wir wären auf der sicheren Seite.

Liebe Grüße
Soléa

18. Mai 2019

Ach, das tut mir aber Leid:
Sei so nett und mir verzeih …

Liebe Grüße
Soléa

13. Mai 2019

Mit starken Worten beschrieben, liebe Soléa; ja, diese gnadenlose Endlichkeit – lässt uns oft verzweifeln; um weiterleben zu können, verdrängt man diese Gewissheit immer wieder … und lässt sich vom Augenblick beglücken …

liebe Grüße zu Dir - Marie

18. Mai 2019

Manchmal, liebe Marie, verschafft Verdrängen Luft. Die Seele kann entspannen und findet hoffentlich wieder Kraft, den Kampf anzusagen …

Sei herzlich gegrüßt
Soléa

13. Mai 2019

Eindringlich, intensiver Text. Es gibt kein Entkommen aus dem "Kreislauf des Unabdingbaren" , starke Formulierung. Ausdruckstarkes Foto, der mit rotem Laub bedeckte Weg führt wohin... Sei herzlichst gegrüßt von Ingeborg

18. Mai 2019

Bevorzugt, liebe Ingeborg zum inneren Frieden, tatsächlich, durch den Wald zum nächsten Ort. Alleine gehe ich ihn nicht, bin eine Feldmaus :-)

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
Soléa

14. Mai 2019

Die Endlichkeit unterliegt dem Wandel in alle Ewigkeit, das entspricht dem Universum. Unser Kosmos ist begrenzt und lebt durch den Tod weiter und passt sich immer wieder neu an. Bis sie ihre Grenzen erreicht hat, es kommt uns unendliche Lange vor.
LG Jürgen

18. Mai 2019

Für kosmische Verhältnisse ist Zeit und Entfernung bekanntlich nichts. Erst das Begreifen und Fühlen setzt allem ein Limit.

Danke für deine Worte und liebe Grüße
Soléa

18. Mai 2019

Dein Gut und Toll –
Lob mir zollt.

Ich grüße dich lieb
Soléa