Ich gehe durch die Nacht

von Volker Harmgardt
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Ich gehe durch die Nacht
und keiner geht mit.
Der Nordwind bläst und
die Zeit vergeht.
Die Alleebäume rauschen
vorbei und flüstern von Liebe.
Wunderdinge spüren der
Blüten Kraft.
Der halbe Mond beklagt
die sickernde Einsamkeit.
Zartgraues Winterlaub bricht
unter meiner Sohle.
Verdeckter Himmel schiebt
grimmig die Wolken beiseite.
Stehend, tief im Moos, fegt
Regen in die Augen.
Im Gleichschritt, gleich neben
mir, folgen alle Tiere.
Ermattet bleibt der Wald
zurück und atmet schwer.
Traum an Traum sich drängt,
gewinnen Konturen.
Luftdurchstäubt der Weg
durchs zitternde Licht.
Auf schiefer Ebene von
Erde beworfen in Trauer gelegt.
Liebestrunken lieblich das Glas
Wein auf kalter Bank.
Der Kosmos schwingt seine
Sterne im Kreis.
Das ist eins und ich, der
Weg hat kein Ende.
Gewählt die Nacht, zwingt
alles zum Stehen.
Irgendwann ruht die Hand
auf meiner Schulter.
Vereinzelt, fern der Tage finden
wir eine Nacht.
Sich anzuvertrauen in der
Sekunde des Glücks.
Die Antwort aus meinem
Mund ist, zähl` die Nächte.
Das war die Nacht mit
mir selbst und ich wünsche
nur eine Nacht zu zweit.

Wer einmal alleine durch die Nacht
gelaufen ist, kann nachempfinden,
was ich ausdrücken wollte und wenn
Worte nicht ausdrücken können, wie
das Gefühl war in diesem Moment,
so sollte man es versuchen und durch
die Nacht spazieren, am eigenen Leib
und in sich spüren !!!

(C) Volker Harmgardt "In der Nacht" 2019
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Kommentare

14. Feb 2019

Hallo ismael Alexander,
was Poesie ist und was sie nicht ist, kann
man gefühlvoll ausdrücken. Wenn dann ein "fürwahr"
da steht, ist das der stichhaltige Beweis für ein Lächeln
und das die Worte angekommen sind.
Ich danke Dir und grüße ahoimäßig zurück,
Volker

15. Feb 2019

Oft schon bin ich durch die Nacht gegangen, ich teile Deine starken einfühlsamen Worte, Volker, staune über das ergänzende sicher von Dir geschossene Foto und schicke liebe Grüße zu Dir -

Marie

15. Feb 2019

Worte, die mich mitnehmen
wohin ich immer wollte.

Danke und herzliche Grüße, Volker
Willi

15. Feb 2019

Verehrte Marie,
ich muss Deinen Kommentar mit einem Zweizeiler
von mir beantworten:
Wenn Frieden in mir ist,
ist Frieden, wohin ich gehe.
Danke für Dein Staunen, ein Bild
vom Nordseestrand, wo ich häufig
mit klarem Blick entlang ging.
Mal stand ich neben mir,
spürte die Kälte, mal ging ich
hinter mir und fühlte den kommenden,
warmen Morgen, noch heute suche ich
die Worte, die ich in den Sand geschrieben
habe....!
Grüße am Freitagabend,
Volker

15. Feb 2019

Hallo Willi,
so stehst Du vor mir, als hätten
wir ein Bündnis und wandern gemeinsam
an unseren Versen vorbei und zählen alle
Blumen, die uns begegnen und weiter
immer weiter übertönen wir das Schweigen.
Die Schönheit der Natur ist uns garantiert.

.....aber Dichtung spricht Wahrheit nicht
direkt aus, sondern lässt sie erscheinen.

Ich denk`an Dich und grüße in aller
Freundschaft,
Volker, der näher kommt !!!

16. Feb 2019

Hallo Volker, deine schönen Zeilen, kann ich leider nur gedanklich nachvollziehen.
Durch die Nacht zu gehen, stelle ich mir besonders und auch von den Eindrücken her, noch spezieller als am Tage vor. Nur, alleine durch die Nacht, traue ich mich nicht, weniger wegen etwaigen Angriffen, sondern wegen meiner Hellhörigkeit und der Fantasie, die sich gegebenenfalls, daraus entwickelt. Aber zu zweit, konnte ich es erleben, beide schweigend, ich mich sicher fühlend und es war ganz besonders …

Liebe Grüße
Soléa

16. Feb 2019

Hallo Solea,
habe gerade Deinen Kommentar gelesen.
Wegen einer Reise nach Bad Schandau b. Dresden
kann ich mich nicht konzentrieren und sage hier und
jetzt einfach nur DANKE und wünsche Dir sonnige Tage,
Volker

P.S. Das "Nacht"-Thema werde ich später noch einmal
aufgreifen und Dir schreiben !

16. Feb 2019

Des Nachts
scheinen die Uhren
nicht die Zeit
sondern
die Ewigkeit
zu messen;
wie Deine Zeilen
wundervoll beweisen :)

Liebe Grüße,
Ella

16. Feb 2019

Abendgruß Ella,
das hast Du wundervoll und fein-poetisch gesagt,
jedoch kommt der Moment, wo du wieder im
ungestillten Stundenlauf lebst und dich bewegen
musst. Der Punkt, an dem du deine Träume zusammen
falten solltest und die Hand suchen, die dich hält.
Genau dann sollte man Tag und Nacht mit den
Bildern füllen, die dir gegeben, die von der
Schwere gedrückt dir ein zuhause bieten
Ich sage mal, durch Schattenbilder treten,
die Hand zum Liebsten führen, ist Eins-sein
auf Erden, um nicht immer unterwegs zu sein !
Das für den Augenblick, ich wollte das Thema
nicht zu hoch hängen, aber, wie Du sicherlich
bemerkst, es bewegt mich.
Ich grüße Dich und lass` das Thema
jetzt ruhen,
Volker