Der alte Mann und der Schellfisch

von Olaf Lüken
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Auf dem dunklen nordischen Meer,
zuckende Blitze flackern umher.
Ein Angler sucht für seinen Tisch
einen leckeren Schellfisch.

Er fischt und sucht von Bucht zu Bucht,
seine Angel atemlos ist.
Der Alte sein Bemüh'n schon verflucht,
sieht jetzt den Schellfisch in der Gischt.

Es zuckt, zerrt und schwankt die Rute.
Schnell zu sich zieht er den Fisch.
Der bremst und wehrt ab, der Gute,
will nicht auf den Mittagstisch.

Und löst sich von der Angel Pein,
befreit sich schnell vom Haken.
Schellfischs Schmerzen sind ungemein.
Der Alte fällt ins Laken.

14 Tage später - im Haus des Anglers.

Der Mann hört ein dumpfes Poltern.
Der Fisch steht vor seiner Tür.
Will er Rache, ihn gar foltern ?
Prüft das "Wider" und das "Für".

Der Fisch leidet, ist ganz allein,
seine Kräfte weiter weichen.
Für den Kampf ist er viel zu klein,
kann die Schelle nicht erreichen.

Und das willl ein Schellfisch sein ?

(c) Olaf Lüken (2019)

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Interne Verweise

Kommentare

14. Jul 2019

Schiller schrieb einst von der Glocke -
Vom Schell-Fisch - mit der Schiller-Locke ...

LG Axel

16. Jul 2019

Lieber Olaf, deine Phantasie und deine Fische, sie werden mir immer silbrig lieber!
LG Uwe

16. Jul 2019

Wenn ich nur wüsste, was mein Vorbild mir damit sagen will ?
HG Olaf

16. Jul 2019

Schau einem sich in Freiheit bewegenden Fischlein zu, gefällt es dir, wie es silbrig glänzt, und magst du es?
Weißt du nun, was ich meinte?
LG Uwe