Du hoffst es, doch du weißt es nicht

von marie mehrfeld
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Sieh, wie der alte Mond mit seinem bleichen Schein
sich schleicht in unsre Seelen ein, die schlafend suchen
nach dem einst’gen Glück, von wehem Mut sind sie

getrieben, sie sehnen sich danach zurück, geliebt zu
sein und selbst zu lieben; Nachtvogels Schrei, er stört
das Maß der Zeit, die stille steht, zerteilt die Dunkelheit,

entrückt die Hektik deines Lebens; nichts war vergebens;
ein stiller Nachtwind weht und streichelt dein Gesicht,
du spürst es nicht und fühlst beim Träumen, völlig klar,

es hatte Sinn, so, wie es war; du nimmst es hin und willst
nun wagen, es laut zu sagen - du dankst dafür, was du
erfahren in jenen Jahren; und du willst loben, was dich zu

Fall gebracht und aufgehoben, worüber du geweint, gelacht;
du dankst für Tag, du dankst für Nacht, nimmst mutig deinen
Wanderstab und pilgerst in ein neues Land, fremd ist es dir

und unbenannt; mag sein, dort fühlt man keinen Schmerz,
mag sein, dort heilt dein müdes Herz, mag sein, dort glänzt
ein helles Licht - du hoffst es; doch du weißt es nicht ...

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Kommentare

14. Jul 2019

Dann lässt man los - und man beginnt -
Einfach zu laufen - wie ein Kind ...

LG Axel

15. Jul 2019

Man sucht nach einem letzten Ziel,
doch ahnt man nur und weiß nicht viel …

LG mit Dank zurück - Marie

14. Jul 2019

Hoch poetisch, aufrichtig, wehmütig - und wahrhaftig spirituell; Ähnliches fühle, ahne ich auch oft. Sehr gerne gelesen, Marie.

LG!
D.R.

14. Jul 2019

" Du hoffst es, doch du weißt es nicht", eine starker Satz, der mich anspricht, liebe Marie, vielleicht auch beruhigt, mehr als ein Hoffen schenkt... Ein hervorragendes Gedicht, wie Detmar es ausdrückt " wahrhaftig sprituell". LG zu Dir von Ingeborg

14. Jul 2019

Einzigartige, berührende Zeilen - wie nur Du sie schreibst - und die sich weit über den Mond hinaus erstrecken.

Herzliche Grüße
Willi

15. Jul 2019

Ich freue mich über Deine anerkennenden Worte -
und grüße Dich herzlich dankend zurück, Willi!

Liebe Grüße - Marie

14. Jul 2019

"... mag sein, mag sein, mag sein ..."
vielleicht lädt uns die wahre Heimat huldvollst gnädig ein??

Liebe Grüße vom Alfred!

15. Jul 2019

Auf der Suche sind wir nach der wahren Heimat, eine gute Metapher, lieber Alfred; freuen kann sich, wer glaubt, sie gefunden zu haben …

Liebe Grüße zurück - Marie

15. Jul 2019

Die letzte Heimat, ich male sie nicht aus:
Sie lieber, wenns so weit ist, mir genau anschau …

Sei lieb gegrüßt
Soléa

16. Jul 2019

"Letzte Heimat" klingt gut. Jedoch - wenn's soweit ist, schaut man sich wohl eher nichts mehr an ...

sei lieb zurück gegrüßt, Soléa!

17. Jul 2019

… kann man nie wissen, liebe Marie, erst, wenn's so weit ist, meine ich.

Liebe Abendgrüße zu dir
Soléa

16. Jul 2019

Hach du wunderbare Marie, wie wundervoll du empfinden - und dichten kannst!! Es ist solch eine Wonne, dich zu lesen!
Liebe Grüße in alle deine Tage hinein von
Uwe

16. Jul 2019

Allein Dein HACH stiimmt mich fröhlch, lieber Uwe, danke für Deine WONNIGEN WORTE - und liebe Grüße in Deinen Sommertag!

Marie

23. Jul 2019

Stille gehn im Maß der Zeit
träumender Unendlichkeit
Sinnhaft wagend fremd bis weit
fühlst den Hauch der Ewigkeit...

Ja, tiefgehende Worte, so eindringend wie nachdenklich,

liebe sommerliche Grüße Yvonne

24. Jul 2019

Danke, danke, liebe Yvonne - und liebe Hochsommergrüße zurück,
bei Dir auf dem Land lässt er sich wohl eher genießen als in der Stadt ...

Marie