Zeit des einsamen Wanderns

von Marie Mehrfeld
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jener Augenblick des Todes reicht
über die Zeit und alle Grenzen des
Denkens und Fühlens hinaus; dein
lächelnder Blick aus der Ferne füllt
von nun an meine Horizonte, und er

sprengt die Fesseln meiner Trauer;
besänftigte Lämmerwölkchen, sie
ziehen über die Stirn mir, streicheln
die Falten des Kümmerns glatt, ihr
filigranen Flügel des Morgenwinds,

nehmt den noch immer zu hungrigen
Atem auf für zwei drei Momente und
sättigt ihn mit Worten der Liebe, die
da war und ist und sein wird; und ihr,
die ihr vor mir wart, eure vertrauten

Gesichter betrachte ich durch meine
wieder geborenen Augen, nicht nur
beim Träumen höre ich deine Stimme,
wie sie summt und wächst in heiteren
Silben, wie sie mir antwortet auf mein

nicht allzu ausgelassenes Fragen, und
ein noch heimliches Lächeln schleicht
sich mir in’s immer noch bange Herz,
einschlafend richte ich mich ein in dir,
du neue Zeit des einsamen Wanderns

Buchempfehlung:

[numberofpages] Seiten / Taschenbuch
EUR 9,50

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Kommentare

25. Jan 2020

Ja, lieber Axel, das ist wohl wahr –
und dass Du’s sagst, ist wunderbar!

LG Marie

25. Jan 2020

Unheimlich starkes Gedicht.
Zutiefst traurig, höchlichst hoffnungsvoll, überaus weise...
Lasse dich vorsichtig, doch fest umarmen.
Lieber Gruß
Uwe

25. Jan 2020

Lieber Uwe, fühlt sich gut an, ich fühle mich von Dir umarmt und umarme Dich mit Dank zurück …

LG Marie

25. Jan 2020

Je weiter du kommst durch die endlose Zeit
desto sicherer landest du im Wald der Einsamkeit, die dich befreit.
HG Olaf

27. Jan 2020

Ob der Wald der Einsamkeit – mich befreit? Ich werde es versuchen, lieber Olaf, vielleicht …

HG Marie

26. Jan 2020

Wie bewegend, liebe Marie! So traurig schön!
Die Schönheit deiner Worte berührt mich sehr und tief.
Wie wunderbar! :)

Liebe Grüße
Ella

27. Jan 2020

Wie schön Du es wieder sagst, liebe Ella, danke dafür!
Liebe Grüße zurück -

Marie

27. Jan 2020

Auch hier zu spüren: Im Träumen wächst und verästelt sich das zärtliche Flämmchen vorsichtiger Fragen und keimt ins leise Lächeln wehmütig-melancholisch doch gleichsam wohlig trostreicher Erinnerung, woraus sich ein hoffender Blick ins hauchzarte Blau eines Künftigen richten kann...
LG Yvonne

28. Jan 2020

„Woraus sich ein hoffender Blick ins hauchzarte Blau eines Künftigen richten kann“ – danke für diese und Deine anderen heilsamen guten Worte, liebe Yvonne!

LG Marie