Das lesende Kind

von Friedrich Adler
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Auf den Schooß das Buch gebreitet,
Scheinst du nichts um dich zu missen,
Starrst hinein, indeß beflissen
Ueber's Blatt der Finger gleitet.

In das Meer der Zeichen leitet
Dich kein Können noch und Wissen,
Unbeschränkt, in schwanken Rissen
Sich dein junges Sinnen weitet.

Süßes Dämmern! Traumumwoben
Schläft das Denken noch im Neste,
Nur das Fühlen schwebt nach oben.

Ach, des Lebens trübe Reste
Bleiben, wenn der Flor gehoben –
Das Geheimniß ist das Beste.

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