Dunkelkind

Bild von maruschka
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Liebestrunkenes Flüstern hatten wir
verloren in der Monotonie des Reisens
und dann im nächtlichen Funkeln
der Katzenaugen wieder gefunden;
auch die Glut unter der Asche
stellte ihr rotes Glimmen nie ein;
in den Zeiten zwischen den Monden

teilten wir uns Honig und Galle;
wir wogen alte Steine mit der Hand,
streichelten sie, dass sie uns erzählen
davon, was war, ist und sein wird;
dann brach die Decke über uns
zusammen und zertrümmerte alles;
ein Dunkelkind bin ich, einsam ohne

dich; mit zerrissenem Herz suche ich
den ewigen Strom, der mich trägt
auf den ruhigen Grund meiner Seele;
suche mein Spiegelbild in deinen
geschlossenen Augen, damit ich heile
und der dämmernde Tag leichter wird
als die schwindende schwere Nacht.

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Kommentare

20. Mai 2020

Damit wir die Tage froh gestalten,
bleibt uns ein Hoffnungslicht erhalten …

LG Marie

17. Mai 2020

Hallo Marie
Ein schönes Gedicht über zerbrochenes Glück. Eine bemerkenswerte Stelle

in den Zeiten zwischen den Monden teilten wir uns Honig und Galle

Das trifft die Alltäglichkeit des Auf und Ab einer Beziehung, das Teilen von schönen und schwierigen Momenten und Hürden wirklich gut.

LG
Dirk

20. Mai 2020

Lieber Dirk, ja, Beziehungen können zerbrechen oder werden durch den Tod beendet; ich danke für Deine teilnehmenden Zeilen …

LG Marie

17. Mai 2020

Gräben tun sich auf, oft auch Krater. Es heißt sie zu umrunden oder überschiffen. Wenn da nicht die Dunkelheit wäre. Tiefsinnige Zeilen, gut, liebe Marie, dass die Sonne uns lacht!

Sei lieb gegrüßt
Soléa

20. Mai 2020

Ja, wie schön, dass uns die Sonne lacht, liebe Soléa, auch wenn man sich eher nach Regen sehnen sollte; (verspäteter) Danke für die „tiefsinnigen Zeilen“, sie herzlich zurück gegrüßt –

Marie

19. Mai 2020

So schön poetisch beschreibst Du das Leben, die Liebe, die Sehnsucht. Wunderbar! :)

Herzliche Grüße
Ella

20. Mai 2020

Liebe Ella, Deine Worte tun mir gut, danke dafür –
und bleib gesund!

LG Marie