Als mein grünes Pflänzchen starb ...

von Annelie Kelch
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O Chloroplasten, voller Liebe speiset
ihr mein kleines grünes Pflänzchen,
in dessen Zellkern tanzt das
Chromosomenpaar mitunter
flotte Tänzchen.

Mein grünes Pflänzchen pflanzt sich fort ...
auf grünen Wiesen mit ganz ohne Scham,
wird kaum gepflückt:
Die schönen Bräute
sind von Edlerem entzückt
und halten lieber einen Rosenstrauß
im freien Arm.

Es gibt kein Leben ohne Angst und Schrecken …
Es ziehn sich bei Gefahr ins eigne Haus zurück:
die langweiligen, schleimig-süßen Schnecken,
noch kleineres Getier flüchtet in dunkle Hecken.
Mein kleines Pflänzchen fraß 'ne bunte Kuh.
Ein fremder Bulle stand daneben und sah zu.

Ich hab' s nicht retten können,
denn der Bulle zeigte wilde Wut
beim Anblick meiner roten Bluse;
was gefährlich schien ... nicht gut.

So hauchte denn mein armes Pflänzchen
in dem großen Maul der Kuh
ihr Leben aus … der Bulle raste auf mich zu.
Nicht lange hielt ich die Misere aus,
sprang auf mein Pferdchen und
nahm schnell Reißaus.

Der wilde Bulle preschte hinterher,
mein Pferdchen nahm das alles viel zu schwer.
Es warf mich ab und übern Weidezaun.
Ich war gerettet … man darf keinem Bullen traun.

Ich weiß, ihr findet dies
Gedichtchen öd und fade?!
Falls ja, gönnt euch dazu
'ne Tasse kalte Milch –
mit Erdbeerschokolade.

Quelle pixabay; copyright: anne li
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Kommentare

18. Jul 2018

Wie gut, dass die Gefahr gebannt,
bei Milch und Erdbeerschokolade,
nur schade um das Pflänzlein klein,
für diese - Rettung hat nicht sollen sein...

LG Yvonne

18. Jul 2018

Danke, liebe Yvonne.
Es wandern viele Pflänzchen durch der Kühe hungrig Mägen,
du kümmerst Dich dann um die Steaks ...
erteilst dazu den Segen.
Man kann ja nicht um jedes Pflänzchen trauern,
Sollt eher die nicht Sattgewordenen bedauern.

LG Annelie

18. Jul 2018

Mensch, Annelie, das ist ja wie in Pamplona –
so mancher „Flitzer“ fiel dort schon ins Koma,
Doch dein chloroplasten Pflänzchen mag ich sehr.
Es auf andere Weise bestimmt wiederkehrt …

Hochsommerliche Grüße zu dir …
Soléa

18. Jul 2018

Dank Dir, Soléa, für den feinen Kommentar,
zu allererst wurd 's Pflänzchen wiederkäuert,
rülps, das ist mal klar. -
Ich hab 's danach gesucht: in trockenen
und auch in frischen Fladen ...
stand gar im großen Priel, das Wasser
reichte mir bis zu den Waden.
Am Ende aber riss der Faden der Geduld:
Das Pflänzchen war nicht mehr ...
Ich gab der Kuh die Schuld.

Liebe Grüße auch zu Dir,
die Sonne soll auch morgen Dir noch scheinen....
ich will gleich noch paar Pfläumchen mir entsteinen,

Annelie

19. Jul 2018

Hallo Annelie,
Ich fand dein Gedicht
nicht öd und fade
und gönn mir deshalb
ne Limonade
(natürlich mit Schuss)
LG
Manfred

19. Jul 2018

Oh, das freut mich sehr, Manfred. Aber hoffentlich hast Du Dir danach auch die Zähne geputzt. Limonade ist doch überaus zuckerhaltig. Sollte man übrigens auch immer nach dem Genuss von Bananen, las ich erst kürzlich. Danke für Deinen lieben Kommentar.

LG Annelie