Kopfkiosk

von Monika Jarju
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Als das Telefon gellend zwitscherte
stiegen hinter meine Stirn nacheinander
zwei alte magere Traumhändler ein
einer installierte eine Maschine am Scheitel
steppte zickzack übers Nervengeflecht
der andere tauchte durch meine plissierten
Erinnerungen wie ein seidiger Fisch
er sprach riskant dünn bis meine Augen
wie ein paar lose Kerne Seil sprangen
ich sah einen Teebeutel fallen in den Ozean
meines Magens & den weißen Scherenschnitt
einer Palme bizarr auf Wellenkämme gespießt
Als sie gingen – roch es ungewöhnlich
knöchern & fade, Stille schnitt wie eine Gräte
kahle Kälte klapperte verdreht im Kopfkiosk

Veröffentlicht / Quelle: 
Von der Schönheit der Umwege: Prosa & Lyrik

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Kommentare

19. Mai 2018

Zwei Traumhändler: Sie operierten Monis Kopf.
Ich hoffe, sie skalpierten nicht den schönen blonden Schopf.
Bizarr und schön beschreibt sie uns hier einen Traum,
darin findet das seltsam Schöne Zeit und Raum.

Liebe Grüße,
Annelie

20. Mai 2018

Danke, liebe Annelie! Und ich hoffe, Dein Kurkuma-Tee aus dem neuen Kessel war lecker,
schönen Gruß, Monika

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