Der junge Tag

von Michael Dahm
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Des Morgens früh am müden Fluss,
die Vöglein sang' n verschlafen,
der Mond macht' die Laterne aus,
und trieb in Morpheus Hafen.

Der junge Tag stieg aus dem Nebel
und errötend in den Fluss,
er gab dem Augenblick die Zügel,
und dem Schicksal einen Kuss …

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Kommentare

20. Okt 2016

Hallo, Micha,

"der junge Tag" ist ein schönes, anrührendes Gedicht. Ich weiß nicht, ob ich dir das sagen darf, aber: Du kannst in der ersten Strophe die beiden Verben gut ausschreiben, der Rhythmus stimmt dann immer noch. Und dann, in der 2. Strophe:
Der junge Tag stieg aus dem Nebel -
errötend in den Fluss;
er gab dem Augenblick die Zügel,
dem Schicksal einen Kuss. (die beiden "und" sind überflüssig und verschandeln das schöne Gedicht)
Morpheus ist der Gott der Träume, das passt sehr gut, hinter Morpheus solltest du ein Gentiv-Zeichen setzen: Morpheus' Hafen.
Vielleicht - wegen des Sinns - noch ein bisschen herumdoktern: dem Augenblick 'nen Kuss, dem Schicksal, das ja fortschreitet, "die Zügel"; dann wäre es Hermann-Hesse-reif. Nicht bös sein, sind lediglich meine Überlegungen, die ich längst nicht bei jedem Gedicht anstelle.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Annelie

21. Okt 2016

Liebe Annelie,
Du hast sehr recht, außer bei dem Augenblick, denn nur ihm wurden in diesem Moment die Zügel gelassen, danach ging das Leben für das poetische ich ( dem Beschreiber ) weiter ....

Es ist nämlich alles bewusst erlebt und Jahre her .

LG Micha ;-)

21. Okt 2016

Hallo, Micha,

ja, so wird es sein; denn ich habe auch noch einmal darüber nachgedacht - dass es nicht doch viel besser sei - egal, was du damit gemeint haben magst, was ich ja nicht wissen konnte (wie du es selbst erlebt hast), ... dass es nicht doch viel besser wäre, wenn dem "Augenblick" Zügel gegeben würde, evtl., weil er so schön war, damit er andauert und das Schicksal so glücklich beeinflusst, dass man es "küssen" könnte.

LG Annelie