Winterruh’

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Winter findet immer Ecken,
sich gezielt drin zu verstecken,
weil Kommen ihm nicht sehr behagt,
bloß weil es der Kalender sagt.

Zu schnei’n erscheint ihm großer Mist,
einfach, weil es grad Weihnacht ist.
Die Kinder nur, die tun ihm leid,
sie hatten sich schon so gefreut

und sich die Nasen plattgedrückt,
wer’s erste Schneeflöckchen erblickt –
sie hörten ja die Eltern sagen
von tief verschneiten Kindertagen.

So wird Erinnerung wachgehalten,
und sei es auch nur die der Alten:
Beschaulich war’s, durch Schnee zu stapfen,
die Eisblumen, vom Dach die Zapfen,

und Schlittschuhlaufen, Schlittenfahren …
und Schnee wird tiefer mit den Jahren
und konnte bis zur Schulter reichen …
(das sind dann schon Verklärungszeichen)

Was heute fast kein Kind mehr kennt:
Das Christkind flog im Flügelhemd
und brachte all die reichen Gaben …
Heut hört man Rentier Rudolf traben

und Coca-Colas Werbemann
treibt es mit „Ho-ho-ho“ noch an.
Der Winter schaut von ferne zu,
er hält am Nordpol Winterruh’

© noé/2019

Interne Verweise

Kommentare

20. Dez 2019

Dreist hat das Klima man gewandelt -
Dazu das Weihnachtsfest VERSchandelt ...
(Mit mir fährt Krause laufend Schlitten -
Was habe ich da schon gelitten ...)

LG Axel

20. Dez 2019

Absolut gelungen ! Herzlichen Glückwunsch !
HG Olaf

20. Dez 2019

eine gute Beschreibung des modernen Winters...

20. Dez 2019

ein sehr sachlicher Kommentar ...

21. Dez 2019

Tob, kreisch und oder brüll,
Weihnacht ist so tief und still -
auch wenn keine Flocken fallen
hört man wie sie gleich durchknallen...

:-)))

Sorry, der Humor ist mit mir duchgegangen...