ab 50

von Monika Laakes
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übermorgen
sterbe ich
und morgen
ebenfalls,
denk ich an gestern,
so hab’ ich für heute
den tod hinter mir,
so viele tode
wie tage,
wo mit schlaf
sterben beginnt.

so lebe ich
heute, vielleicht
noch morgen und
grad jetzt,
wo die uhr
die späte mittagszeit
mir zeigt,
ein jähijähijä im radio
mir hinterrücks
das ohr volldröhnt,
jetzt bin ich da
und weiß,
dass ich doch
schritt für schritt
dem nirgendwo
entgegentrud’le.

Verdammt,
lass mich, wie Kerouac
auf straßen wandern,
wo der horizont
den asphaltwurm
schluckt,
bis die stiefel rauchen,
verdammt,
lass mich die ungeheure
weite in meinen füßen
spür’n.

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Kommentare

23. Jun 2016

Danke an Axel und Alfred für Beat, Kraft und Leiden schafft. Ich muss gestehen, dies Gedicht hatte etwas mit meinem 50. Geburtstag zu tun. Ist also als Stimmungsbild längst im Pool der Vergangenheit gespeichert. Und dennoch interessant für mich im Hinblick auf die Resonanz. Sorry.
Auch ein herzliches Merci für die Klicks an slow speak, Axel, Michael und admin. Freu!
LG Monika

24. Jun 2016

Dein Gedicht macht mich nachdenklich, gefällt mir, erweckt Zuversicht.

Liebe Grrüße, Susanna.

24. Jun 2016

Danke, liebe Susanna, ja, wenn der Text Zuversicht wecken kann, macht mich das froh. Dir noch einen harmonischen Tag!
LG Monika

15. Nov 2016

ja der Kerouac.On The Road wäre ich auch oft gern gewesen.
musste aber Heimat zelebrieren
musizieren,lesen.
Es entsprach wohl meinem Wesen.
'In My Life' ... er wußte Bescheid.
ulli

16. Nov 2016

Für Deinen Kommentar hab herzlichen Dank, lieber Ulli.
Nach einem halben Jahrhundert - und mehr - kriechen ab und zu noch
vergang'ne Träume ans Licht. Verschwinden doch rasch, den heuer
hat das Leben ein and'res Gesicht.
LG Monika
Und danke, dass Du dieses Gedicht aus den Tiefen des Portals hervorgezogen hast.

16. Nov 2016

Schön, dass wir übereinstimmen. Lieben Dank, Susanna. Freu mich!
LG Monika