Herbstfeuer

von Annelie Kelch
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Es waren Gefühle, die mich blind machten
Einen trüben Herbst lang
hatte ich mich aufgegeben
wie ein Blatt, das vom Baum fällt,
ohne zu wissen, wo es landen wird

Der Winter brachte Frost
weckte mein träges Herz und schärfte mein Aug'
Ich blickte weit über den Horizont hinaus ...
Irgendwo brannte ein Feuer, das mich lockte

Ich machte mich auf den Weg
und setzte mich davor
Es fraß sich in meine Seele
und wärmte mich ...

Das letzte Gefühl für dich warf ich in die Flammen
und sah zu, wie es darin verglühte,
kratzte die Asche zusammen und füllte sie in ein Glas.
Weshalb vergeht Liebe?, weshalb der Sommer?,
frage ich mich seither. Mein Herz gibt keine Antwort ...

Und wieder lallt mir der Herbst
mit weinseliger Zunge Buntes in Ohr und Aug',
dass ich suchen sollt Helios in der Steinwüste
Aber längst seufzen die Blätter im freien Fall
und ich will Zeugin sein, wenn mein Ahorn stirbt

Foto: pixabay
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Kommentare

22. Okt 2017

Dank, lieber Axel, dir, für deinen Kommentar;
der Herbst ist angekommen und der Winter nah'.

LG Annelie

22. Okt 2017

Berührt mich, liebe Annelie. Auf die Fragen, die du stellst, gibt auch mein Herz keine Antwort.
Liebe Grüße - Marie

22. Okt 2017

Danke, liebe Marie, für deinen lieben Kommentar. Und ich hatte gedacht, DU könntest mir Antwort auf meine Fragen geben, weil du mir oft so weise und umfassend gebildet vorkommst - bist du ja auch.

Liebe Grüße,
Annelie

22. Okt 2017

Die Herbstmonate bieten die ganze Palette an Gefühlen. Für alles und jeden ist was dabei und was man nicht in den Händen hat, wird man nicht halten können, wenn es gehen will und muss.

Viele liebe Grüße
Soléa

22. Okt 2017

Danke, liebe Soléa, für deinen sehr spezifischen Kommentar.

Liebe Grüße zur dir
am Sonntagabend,

Annelie

23. Okt 2017

Dein schönes, jedoch trauriges Gedicht passt heute zum Trübsinn weckenden, lichtarmen Morgen. Da schleichen sich oft Fragen ein, auf die es keine Antwort gibt. Vielleicht, weil es Fragen sind, in denen sich die Antwort schon verbirgt? "Weshalb vergeht"... das Leben? Vergänglichkeit ist ein Programm der Schöpfung. Wir sind ein Bestandteil der Natur. "Leben ist leiden", ein Zitat von Buddha. "Das letzte Gefühl für Dich warf ich in die Flammen"... DEin Reinigungsprozess, der weiterführt.

Liebe Grüße in den Morgen und ein lichtvolles Gemüt,
Monika

23. Okt 2017

Danke, liebe Monika. Dein Kommentar regt zu weiterem Nachdenken an. Die Schöpfung als reines Programm zu betrachten, ist Nüchternheit pur. Man könnte es meiner Meinung nach durchaus so sehen. Im Grunde genommen, verhält es sich ja auch so - sofern Gefühle "dir und mir" keinen Strich durch die Rechnung machen würden. Es gibt durchaus Menschen, die das Leben derart nüchtern betrachten und noch nie gelitten, gezittert oder gebangt haben. Aber ich weiß wirklich nicht, ob ich solche Menschen beneiden sollte, obwohl ich mit den Jahren viel, viel abgeklärter geworden bin und mich über nichts mehr wirklich aufregen kann. Es hat einfach keinen Sinn. Sich über Politik aufzuregen, bringt auch nichts.Und nur ganz nüchterne, möglicherweise aber auch sehr tapfere Menschen ziehen ihre Pläne wirklich durch. Man kann in niemanden hineinsehen. Und das ist auch gut so. Ich könnte noch sehr viel zu diesem Thema schreiben und du gewiss auch, wenn die Zeit nicht drängen würde.

Liebe Grüße zu dir und Khalessi
(Hoffentlich ist dort, bei dir, freundliches Wetter; hier regnet es seit drei Tagen fast ununterbrochen.)
Annelie

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