Im Vogelhaus

von Alf Glocker
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Wohl dem, der einen Vogel hat –
den macht die Welt so schnell nicht platt!
Er spinnt ganz einfach wild drauf los,
hält sich für schlau, für riesengroß,
in Sachen: „Wie mach ich es besser?!“
Dem Wahnsinn fehlt der Drehzahlmesser!

In seinem Kopf rotiert die Welt
solang, bis sie ihm gut gefällt –
er biegt die Wirklichkeit ins Reine
und sagt sich: „Ach, sie ist doch meine,
weil ich sie liebe – ungezügelt!“
Das nenn ich: „Bravo, hingebügelt!“

Dem Menschen kann nicht viel passieren,
er lässt sich vergnügt rasieren,
er sieht nicht, was man vorbereitet –
auch nicht, daß wer den Hals abschneidet,
in wilder, kranker Euphorie …
Das merkt er leider nie, nie, nie!

Erst, wenn der Kopf am Boden rollt,
sagt er verdutzt: „Hab’s nicht gewollt!“
So hüllt er sich in Unschuld ein –
doch über ihm, da rollt ein Stein
und löst die Schlammlawine aus,
die ihn erschlägt – im Vogelhaus!

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Kommentare

22. Nov 2019

Bei Vögeln gilt dies, ganz allein -
Beim Sapiens könnte das nie sein ...

LG Axel

25. Nov 2019

In Unschuld braucht er sich nicht zu hüllen,
wenn er's doch tut, wäre es zum Brüllen …

Liebe Grüße
Soléa