Huckepack

von Monika Laakes
Mitglied

Huckepack,
einfach nur so
- als Dreikäsehoch -
auf breiten Schultern,
das holprige
Nachkriegspflaster
mit Augen abtastend,
ahnungslos, unbekümmert,
im Flug der Geborgenheit.
Nicht ahnend
die Furcht
im Nacken des
Vaters.

Interne Verweise

Mehr von Monika Laakes online lesen

Kommentare

Alfred Mertens
23. Apr 2017

Huckepack als kleiner Junge,
ja, da schnalzte meine Zumge,
wenn ich auf Vaters Rücken saß,
dann machte das so eichtig Spaß.
Nur konnte ich mich nicht feste halten,
mein Vater hatte eine Glatze
ich musste anders es gestalten
ind zog ihn immer an den Ohren
so ging ich auch nicht schnell verloren.
Doch auch mein Vater hielt mich fest
und meine Händchen auf der Glatze,
die waren klein und keine Tatzre.

Gruß
ALFRED

24. Apr 2017

Lieber Alfred, danke für Dein Gedicht, das mir den kleinen Alfred zeigt. Schon damals ein witziges Kerlchen mit glatzköpfigem Vater. Schmunzel. Dein Kommentar ist wirklich originell.
LG Monika
Und pass auf Deine Augen auf. Bildschirmarbeit strapaziert. Immer mal wieder ins Weite blicken und die Augen entspannen.

23. Apr 2017

So schön - danke! Bringt mich in meine Kindheit zurück ... "im Flug der Geborgenheit", ich habe Ähnliches erlebt.
Liebe Grüße, Marie

24. Apr 2017

Liebe Marie, Deine Zeilen sind so rührend. Bin sehr froh, durfte einen winzigen Teil Deiner Kindheit wachrufen. Danke dafür.
LG Monika

24. Apr 2017

Ach, lieber D.R. - schwelgen und nachdenken - so besinnliche Worte erzeugen in mir Freude. DANKE!
LG Monika

24. Apr 2017

Was kann ich mir Besseres wünschen. FREU! Ganz herzlichen Dank für Deine Worte, lieber Magnus.
LG Monika

23. Apr 2017

Unbekümmertheit und Angst sitzen dicht beisammen…damals wie heute!
Liebe Grüße in Deinen Abend
Soléa

24. Apr 2017

Ja, das ist schon ein merkwürdiges Paar, Unbekümmertheit und Angst. MERCI für Deine treffenden Zeilen, liebe Solea.
LG Monika

24. Apr 2017

Und - ein fettes Dankeschön für alle Klicks! Kommt gut in den Tag.
LG Monika

10. Nov 2017

Nun habe ich etwas aus deiner Kindheit erfahren, liebe Monika. Huckepack oder auf der Lenkstange vorn am Fahrrad oder auf dem Gepäckträger - solch eine Nähe der Eltern ist immer gut, wenn man keine Angst spürt.

Liebe Grüße,
Annelie

11. Nov 2017

Oje. Hab wirklich nicht viel über meine Kindheit geschrieben, liebe Annelie. Nun, weil ich im Jetzt lebe und weil das vorige Jahrhundert auch nicht besser war und weil ich, so pragmatisch, nichts verkläre. Und dennoch muss ich aus dem heutigen Blickwinkel feststellen, die Tendenz zum besseren Leben war deutlich vorhanden. Es ging voran mit einem Wohlstand für alle, wie es niemand zu erträumen gewagt hat. Vergleichbare Visionen wie heute in der 'Dritten' Welt. Da frage ich mich, wann haben wir den Kulminationspunkt überschritten. So unmerklich und nicht fassbar ging es schleichend wieder bergab. Die Schere zwischen Armut und Reichtum klaffte mehr und mehr auseinander. "Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor..." Ein Zitat von Goethe, das immer funktioniert. Nun denn, ich hatte eine behütete und liebevolle Kindheit im sehr katholischen Glauben. Bin von daher nicht - oder doch - geschädigt? Schmunzel.
Nun danke ich Dir liebe Annelie, dass Du mir Huckepack wieder nahegebracht hast.

Liebe Grüße,
Monika

11. Nov 2017

Liebe Monika, danke für deine Replik. Ich habe mich auch mit dem Katholizismus lange Zeit beschäftigt, insbesondere mit der relig.-sittlichen Belehrung in eschatologischer Erwartungshaltung, bin aber dann den "Ansichten eines Clowns" gefolgt. Was aber zweifelsohne klar ist: Schaden kann der Katholizismus einem Kind nicht (vielleicht gar im Gegenteil?), das sieht man ja an dir. Du bist okay.

Liebe Grüße,
Annelie

12. Nov 2017

Oh. Danke, liebe Annelie. Übrigens gibt es zum Thema eine interessante Streitschrift "Keine Macht den Doofen" von Michael Schmidt-Salomon. Ist sehr anregend.
Liebe Grüße,
Monika

12. Nov 2017

Liebe Moni, da sprichst du etwas an ... In dem Haus, in dem ich momentan lebe, leben auch viele Doofe, die die Schlüsselmacht an sich reißen und ganz primitiv mit ihren Türen knallen. Ich muss dann immer an KZ-Aufsichtsweiber und -kerle denken, weil die so laut und dumm labernd daherkommen, dass ich meine Ohren sofort mit Ohropax zukleistere, damit mein oftmals sehr zartes Gemüt keine "Zustände kriegt". Du kannst dir das nicht vorstellen. Du kannst dir das einfach nicht vorstellen - bisschen dumm ist ja ganz schön, aber wenn DAS ausartet ... dann bleibt kein Auge vor Schmerz mehr trocken. Ich habe mir "Keine Macht den Doofen" notiert. Es spricht mir bereits jetzt aus dem Herzen.

Liebe Grüße in dein gottlob beschauliches Heim, darin du weder von sehr primitiven Stimmen noch vom dummdreisten Klingeln des Telefons belästigt wird, auch sicher nicht von Leuten, die aus purer Langeweile gegen die Wände klopfen - ja, Moni, das gibt es! Und noch viel mehr, dass du nicht glauben würdest. Niemand würde das glauben. Ich selbst hätte das nie geglaubt. Meine Eltern würden sich im Grab umdrehen, wenn sie wüssten, wo ich hier gelandet bin. Sie hatten Gott sei Dank Umgang mit intelligenteren Menschen, wohin es mich nächstes Jahr irgendwann ziehen wird,
Annelie

Neuen Kommentar schreiben