Entropien an der Septembermosel

von Yvonne Zoll
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Oberflächen rücken wie von Span gesprenkelt
Schräge Stiegenpfade in die Bräunung von
vergrüntem lichtverlöschten Steingeriesel

Wo ein algenantik wie gebatikt grünes
Tiefenvlies verfließt sich unter Höhensteife
Eingedickt in watteweitem Unbedingt

Unerschütterliches Treiben das mäandernd
In Intarsien von Nervenbahnen reinrumort mit
Sinnlichen Genüssen mostigrosten weichen

Süßgeküsste Rebenpfirsiche aus Walnusswäldern
Über steilen Rebstocklagen wie ungepflügte Helle
lagern kaltwarm windverprickelt auf der Zunge

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Kommentare

24. Sep 2018

Diese Entropien sind sehr gelungen - dieses antikgrüne Tiefenflies unter den Höhensteifen lässt erahnen den Most, der aus den Rebenpfirsichen in die Nervenbahnen strömen will, mäandernd über Gaumen und Zunge - bis man sich fühlt wie eingedickt im watteweichen Unbedingt ... und dieses wunderbare, ganz hervorragende Gedicht nur noch lallen kann, lallen, lallen ... aber das wäre sehr schade, zumal mich dieses Gedicht an meine letzte Klassenfahrt erinnert, die mir nach dem Genuss von Moselwein meinen ersten und letzten! Schwips beschert hat.

Liebe Grüße,
Annelie

24. Sep 2018

Es waren neben Weintrauben tatsächlich übervolle Pfirsichbäume, deren Früchte mit ihrer rotfleischig-samtigen Süße auf der Zunge zergingen ;) - LG Yvonne

24. Sep 2018

süßgeküsste Rebenpfirsiche, eingedickt in watteweitem Unbedingt, mäandern mit sinnlichen Genüssen - wie ganz besonders Deine Worte wieder sind, liebe Yvonne, sie schenken mir verschwommene Bilder, die mich streicheln …

liebe Grüße - Marie

24. Sep 2018

Zwischen klar und sanft verschwommen präsentieren sich die Moselweinberge im Moment, süße traumverhangene schmale Stiege durch die steilen Rebenhänge sind ein sinnlicher Genuss für jeden Wanderer...verführerisch die Walnuss-,Pfirsich-,Pflaumenbäume wie die vollen Rebenstöcke... Ein Geschenk, das kaum in Worten zu fassen ist. LG Yvonne