Genug

Bild von Picolo
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Der Mondschein schwand im Wolkenflug
nur manchmal blitzte er
ein Mann zum Wald 'ne Leiche trug
das Gesicht ganz hart und leer.

Im Finstern er 'ne Grube grub
der Boden steinig, schwer
niemand dort, der Fragen frug
die Fragen hatte er.

Die Leiche er zu Grabe trug
er fragte einmal mehr:
Warum war deine Liebe Lug? –
dann seufzte er ganz schwer.

Er hatt' von seiner Frau genug
sie mochte ihn nicht sehr
so wenig, dass er sie erschlug
nicht seiner Sinne Herr.

Er spürte einen starken Zug
und stürzt' hinein – so sehr
und weil hier niemand Fragen frug
kommt keiner je hierher …

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Kommentare

25. Jul 2017

Ein Gedicht, das stark -
Es trifft ins Mark!

LG Axel

25. Jul 2017

doch ohne Sarg,
das ist Quark

LG Micha

25. Jul 2017

Es gibt Menschen, die für Probleme seltsame Lösungen parat haben. Ich habe manchmal das Gefühl, diese Menschen haben nie an unserer Welt teilgenommen - jedenfalls standen sie nie wirklich auf der Sonnenseite, Micha. Und damit meine ich nicht, dass sie kein Geld hatten, sondern vermutlich aus anderen Gründen von vielem ausgeschlossen waren.
Aber es gibt ja auch Verbrechen, die geschehen, um das Prestige nicht zu verlieren - die sind fast noch schlimmer.
Ich habe, während ich dein Gedicht las, an die "Crime" (Journal) denken müssen, darin das Unmögliche geschildert wird.

Liebe Grüße,
Annelie

25. Jul 2017

Liebe Annelie,
da hast du ganz zweifelsohne Recht. Dieses Gedicht entstand , weil ich noch etwas Ramsch im Kopf übrig hatte, ( jetzt geht ´s mir wieder gut ).
Das Gute an der Sache ist natürlich, das er einer anderen eine Grube grub und selbst hineingefallen ist ;-)

LG Micha