Das Erbe

von Maik Kühn
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ein weiser Mann auf seinem Sterbebette
um ihn herum die einbestellten Söhne
vernehmen schwerherzig den letzten Willen
das Vermächtnis, sieben funkelnde Steine

rein wie ein Bergsee
hell wie das Licht der Sonne
jeder seines Bruders Ebenbild

sechs Mannen im ritterlichen Gedenken
ein jedes Erbteil das Fenster zur Seele
der Siebente voll wachsender Bitterkeit
des Vaters liebstes Kind mit nur gleichem Teil

einer gab es ihm aus freien Stücken
zwei ließen es sich abringen
ein Bruder bestohlen
einer angsterfüllt verschieden
erschlagen der unbeugsame Letzte

feurige Tränen benetzen die Träume
durchdringen das blutgetränkte Gewissen
können leider nicht ungeschehen machen
am Himmel drei ihm vergebende Sterne

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