Die tanzende Frau

von Maik Kühn
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von Scheinwerfern geblendet, Kontrollverlust
der tränenbenetzte Asphalt wirft ihn aus der Bahn
brutaler Aufprall, blechdurchbohrter Körper

gezackte Linien, prüfende Töne
kritische Stimmen hinter sterilen Fassaden
der Eingriff problematisch, es rinnt die Zeit

weiser Vogel, gelöste Seele im Niemandsland
schweift durch die Nacht auf der Suche nach seinem Schicksal

inmitten einer Lichtung
umringt von dunklem Gehölz
weht prachtvoll im Mondenschein
das Kleid der tanzenden Frau

in eines Baumes Krone lässt er sich sanft nieder
sein Blick folgt ihren edlen Choreographien

es lockt ihr lieblicher Gesang
mit ausgebreiteten Flügeln
gleitet er hoffnungsvoll hinab
nimmt an die Gestalt seines Herrn
sie reicht ihm die Hand zum Tanze
verführerischer Leib aus Eis

erstarrende Umarmung
die Kälte gefriert sein Blut
langsam werdende Atmung
der Tod als tanzende Frau

es küsst infolge der Morgenröte
der erste Sonnenstrahl den Horizont
sie schmilzt dahin, versickert im Boden

auf der Intensivstation
ein geöffnetes Augenpaar

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