Der Gott der Stadt Georg Heym feat. Klaus Taumel

Bild von Klaus
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Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
thront dort oben, trotzt der zeit
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
über seinem haupt erstreckt sich das gestirn
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
die seelen ertrinken im großen leid
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Die fenster schließt eine einsame dirn

Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
sein anblick ist den augen eine qual
Die großen Städte knien um ihn her.
menschenscharen unter ihm, ein meer
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
verkünden laut das letzte abendmahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.
scharen von tauben, ihre augen ganz leer

Wie Korybanten - Tanz dröhnt die Musik
die dunklen pflaster gereiht zu einem mosaik
Der Millionen durch die Straßen laut.
eine mauer aus lärm aus ihnen gebaut
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
brennen in den augen, scharf und feurig
Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.
ihm ganz oben die luft zum atmen raubt

Das Wetter schwelt in seinen Augenbrauen.
voller ehrfrucht ehren ihn gemagerte frauen
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
mit verwesung er die blüten der stadt bestäubt
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
kurz bevor ihre schnäbel gegen die fenster hauen
Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.
fällt ein funke nieder und alles ist betäubt

Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
an dessen ende ein funken still aufbraust
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
mit zerstörerischer kraft das an allem nagt
Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
und die luft um ihn wild umher saust
Und frisst sie auf, bis spät der Morgen tagt.